Veltliner und Veltlinchen Tour

Zellerndorf, Weinviertel, Niederösterreich

Nachdem wir diese Woche schon auf dem geBIERgsweg unterwegs waren, haben wir uns heute auf die Suche nach der Wiege des Veltliners gemacht. Und so landen wir nach rund einer Stunde Fahrzeit mitten in Zellerndorf beim Gemeindehaus, am Grünen Veltliner Platz. Hier gibt es kleine Wanderkarten. Wer gerne etwas Elektronisches auf die Reise mitnehmen möchte, kann sich unter der Woche beim Gemeindeamt und am Wochenende im Retzerlandhof einen Audio-Guide gratis ausborgen.

Wir sind wieder, außer unserer Kameras, ohne technischen Firlefanz unterwegs. Müssen wir uns doch voll konzentrieren und Zelli helfen.

Du fragst wer Zelli ist? Zelli ist der gemütliche Kater von Zellerndorf. Verspielt wie er ist, pendelt er zwischen lustigen Spielplätzen und seinem Zuhause. Aber Zelli ist manchmal so patschert wie ich und so hat er letztens seine Weinbergstiefel verlegt. Wir möchten dem kleinen Wicht nun bei der Suche helfen. Übrigens, dazu gibt es eine ganz entzückende Kinder-Karte. Die Kinder bekommen nach erfolgreicher Suche sogar eine Urkunde.

Die Kinderrunde ist etwas kürzer als die Erwachsenenrunde, und kann entlang der Pulkau bei Zellis Abkürzung noch weiter verkürzt werden. Richtig kindgerecht, abwechslungsreich, spannend und mit Spielplätzen gespickt.

Wir entscheiden uns aber die komplette, rund 6,5 KM lange Tour zu gehen. So wäre unser Plan, wenn uns das Wetter noch lässt. Für Nachmittag sind nämlich Gewitter angesagt.

Die Route führt durch die Maulavern, mit ihren etwa 90 Kellern eine der schönsten Kellergassen des Weinviertels. Bereits 1750 wird sie in einer Grundstücksmappe des Stiftes Schotten in Wien erwähnt.

Im 1827 erbauten Schneider-Keller geht es vorwärts in die Vergangenheit. Ein kleines Museum erzählt über den Weinbau, die Weinernte und die Arbeitsgeräte.

Nach der Station Himmel und Erde geht ein kleiner Schwenker zum 360 ° Pano & Gerichtsbarkeits-Blick. Ein schönes Fleckchen Erde.

Auf'm Schief'n Weg geht es weiter Richtung "Venediger Au". Vorbei an der alten Schlossmühle, dem Daubenfüssler und entlang der Zehentstadln gelangen wir zu Zellis Fernrohr.

Zelli ist mittlerweile verzweifelt, hat er doch bisher nur einen Stiefel gefunden, wo ist denn der Zweite? Ich mache mir mittlerweile eher Sorgen um das Wetter, es wird immer schwärzer, bedrohlicher und kälter.

Ehe wir bei der Kirche und dem Karner ankommen, bäumt sich noch einmal die Sonne auf.

Doch dann verschwinden auch Gottes-Augen-Blicke im Spurenlabyrinth, ehe wir beim Weinhoroskop entlang der Pulkau ankommen.

Als Jean Genie skizziert Staatspreisträger Christian Feichtinger Zusammenhänge, die sich oft erst auf dem dritten Blick erschließen und so reden unsere Horoskope von "Der Klassiker. Säufer im Fass. Immer zu viel" und "Findet selbst in luftigen Höhen immer seinen Bernhardiner mit Labung".

Bei der großen Flasche gibt es für die braven Wander-Kinder einen herrlichen Spielplatz. Wir Erwachsene träumen davon, dass die Flasche mit Veltliner gefüllt wäre.

Nun gut, wenn wir schon beim Träumen sind, dann träumen wir uns gleich in längst vergangene Zeit und wandern auf dem Historien-Tratsch-Weg mit G'schichtel'ln & Mundartiges zurück zum Auto. Kaum sind wir angekommen, beginnt es leicht zu regnen. Wieder einmal geschafft. Tür zu und Abfahrt. Achso, und natürlich haben wir Zellis Weinbergstiefel gefunden. Aber ich denke, er hat sie schon wieder verlegt und wartet neuerlich auf Hilfe.

Abends gibt es nichts aus dem Krisenkochbuch. Wir haben bei der Rückfahrt eine Tankpause in Hollabrunn eingelegt und daneben gab es bei einem sehr bekannten Fleischhauer frische und knusprige Grillhendl. Da konnten wir nicht widerstehen.

Übrigens, wir waren circa 3 Stunden mit Fotopausen, Schilder lesen, Stiefelsuche und einer Wanderpause unterwegs. Der gesamte Weg war 6,5 Km bei rund 60 Höhenmetern.

Weitere Beschreibung und Karte unter https://www.zellerndorf.at/Touchscreen/Themenweg/Fotogalerie/Veltliner_Veltlinchen_Tour

Unsere allgemeinen Wandertipps: Großstadtwanderer

Fotos von Fotografin Renate

Transparenz

Wien, 29.05.2021