Türkensturz - Burg Seebenstein

Seebenstein, Industrieviertel, Niederösterreich

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Momentan beneide ich den Mann im Mond. Er hat den wohl schönsten Überblick über die Burg Seebenstein und die komplette Umgebung. Und das ohne jegliche Anstrengung. Bei uns war es da anders. Aber beginnen wir von vorne.

Es ist der erste Adventsonntag und wir wollen zwei Dinge kombinieren. Einerseits endlich mal auf den Türkensturz und die Burg Seebenstein, die wir seit Kindertagen von unzähligen "Vorbeifahrten" auf der Südautobahn kennen. Anderseits auf die, weit über die Grenzen bekannte Seebensteiner Adventmeile.

Gleich vom Bahnhof weg beginnen die gelben Wanderschilder, die uns während der Runde nie im Stich lassen werden. Wir wählen als erstes die Route zum Türkensturz, dem Zentrum des Naturparks. Eigentlich eine steile Felswand mit einer künstlichen Ruine. Viele Sagen ranken sich um diese Felswand, an dessen Abgrund Fürst Johann I. von Liechtenstein 1824 die künstliche Ruine errichten ließ. Von Gleißenfeld führt auch ein Klettersteig nach oben.

Aus Wikipedia: Der Name rührt aus der Zeit der Türkenkriege, speziell aus den Jahren 1529 (Erste Wiener Türkenbelagerung) und 1532 her, als sich die Türken im Pittental befanden. Eine genaue Überlieferung über die Namensherkunft fehlt, jedoch ranken sich um die Entstehung zahlreiche Sagen und Legenden. Eine der Sagen erzählt, dass eine türkische Streifschar, die zu den Streitern Kasim Beys gehört haben soll, einem Mädchen nachritt. Als dieses vor dem Abgrund zur Seite sprang, stürzten die Reiter von der Felswand. In einer anderen Version derselben Legende handelt es sich bei diesem Mädchen um die Jungfrau Maria, die vor dem Abgrund plötzlich verschwand und so die beutegierigen Türken ins Verderben lockte.

Für uns, nach dem schweißtreibenden Anstieg, eine schöne Wanderpause. Der Wetterbericht hat uns in die Irre geführt, anstatt der knapp 1 Grad Plus, haben wir gefühlt 20 Grad und strahlenden Sonnenschein. Wir schwitzen in der dicken Winterausrüstung wie in der Hölle. Dafür genießen wir die Traumfernsicht bis zum Schneeberg, zur Rax, über den Wechsel und über die Hohe Wand bis fast nach Wien. Unglaublich schön heute. Und zu später Stunde, auf der Adventmeile, sind wir dann über die dicken Jacken froh.

Nach einer Pause geht es wieder ein Stück zurück. Wir folgen den Schildern "Burg, Seebenstein". Alternativ könnte man noch über den Sollgraben zur Burg wandern. Ruhig ist dieses Stück, gemütlich zu gehen, es geht leicht, aber ständig durch herrlichen Laubwald bergab. Die langsam untergehende Sonne zeichnet tolle Bilder zwischen den Bäumen hindurch.

Und so erreichen wir die Burg Seebenstein, die sich uns friedlich in der Abendsonne präsentiert. Neueste Untersuchungen weisen auf eine Errichtung etwa 1180/1230, der, in Privatbesitz befindlichen, Burg hin. Die Burg kann im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Öffnungszeiten, Preise und weitere Infos bitte dem Internet entnehmen.

Wir genießen noch etwas die Ruhe, ehe wir den "alten Schlossweg", durch ein Tor, welches noch aus der alten Mauerumfassung der Burganlage stammt, nehmen und so in ca. 20 Minuten im Ort und somit gleich bei der Adventmeile ankommen.

Die heutige Wanderung lassen wir nun gemütlich ausklingen und ich beende den Wanderbericht einfach nur mit ein paar Stimmungsfotos. Übrigens, die romantische, natürliche Adventmeile gibt es immer nur an einem Adventwochenende.

Strecke lt. Angabe: rd. 7,5 Km

Höhenmeter lt. Angabe: rd. 321

Start und Ziel: Bahnhof Seebenstein bzw. Eingang vom Naturpark

Anreise: PKW-Parkplätze vorhanden, Bahnhof nicht weit entfernt

Unsere Dauer inkl. Fotos und einer Teepause: rund 2 ½ Stunden.

Unsere Wandertipps: Großstadtwanderer

Zusätzliche Hinweise aus unserer Sicht: Am Tag unserer Wanderung gut beschildert. Bei Bedarf Verpflegung mitnehmen, einige Rastmöglichkeiten gefunden. Wer Interesse an einer Burgführung hat, sollte diese vorplanen. Man kann den Weg auch verkehrt gehen, dann ist die Burg der erste Punkt. Zur Burg führen 3 Wege unterschiedlicher Längen und Schwierigkeiten. Vom Türkensturz geht es auch über den Sollgraben zur Burg bzw. umgekehrt. Meist auf Forststraßen unterwegs, wirklich schön zu gehen.

Wanderung: 208 seit 29.08.2020

Wien, 27.11.2022

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches.

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