Von Kellergasse zu Kellerviertel

VIA.CELLA VINARIA

Prellenkirchen, Industrieviertel, Niederösterreich

Kleiner Tipp am Rande: bei Fotogalerie auf die Fotos klicken, dann erscheinen diese im Vollformat

Heute wird es eine Grenzwanderung. Wir beginnen in Niederösterreich, durchqueren ein Stück Burgenland und landen wieder in Niederösterreich.

Los geht es in der Kellergasse Prellenkirchen, die sich idyllisch in die Landschaft schmiegt, obwohl sie direkt neben der Landesstraße liegt. Im Franziszeischen Kataster von 1819 finden sich mindestens 45 Keller bzw. Presshäuser. Heute sind es nur noch wenige, dafür aber wird von einigen Weinbauern, abwechselnd das ganze Jahr über, ausgesteckt - aktives Leben im "Dorf ohne Rauchfang".

Der Weg ist gut beschildert und schon bald erreichen wir den historischen Tiergarten. Fürst Paul Anton II. Esterhazy ließ 1757 den "Edelsthaler Wald" in einen "Tiergarten" umgestalten, verrät das große Hinweisschild. Eine Stunde Kutschenfahrt lag damals zwischen der ehemaligen Krönungsstadt Pressburg (Bratislava) und dem Tiergarten. Heute können wir, soweit uns das Wetter erlaubt, zur Hauptstadt der Slowakei hinüber blicken. Dennoch erkenne ich in der Ferne die berühmte UFO-Brücke. Ebenso sehen wir die Königswarte an der Grenze, eine unserer ersten Wanderungen. 

Entlang den letzten, von der Natur langsam rückeroberten Mauerresten, die einst Alleen, Wege, Jägerhaus und Lusthäuschen abschirmte, erreichen wir die faszinierende Welt des Edelstalers Kellerviertels.

Wie in eine andere Welt einzutauchen lustwandeln wir durch das verzaubernde Viertel. Unsere Phantasie schlägt Purzelbäume, während das Gehirn das Gesehene zu begreifen versucht. Zu seltsam anmutend präsentiert sich dieses wunderbare Viertel.

Wir nehmen Platz und genießen unseren Tee. Lassen die Umgebung, die Stille, die Einzigartigkeit des Ortes auf uns wirken. Ich würde noch gerne länger sitzen bleiben, aber der Wetterbericht spricht von Sturm und Regen in kürzester Zeit, also ziehen wir weiter. Und werden noch für wenige Minuten mit ein paar Sonnenstrahlen überrascht.

Ein Stück führt der Weg durch den Wald, dann geht es leicht bergauf. Wir sind immerhin auf über 300 m Seehöhe, am Spitzerberg angekommen. Ein Lebensraum für hoch spezialisierte Tiere. Nachdem wir im Winter on tour sind, sehen wir keine gefährdeten und exklusiven Schmetterlinge, seltene Käfer oder gar die Ziesel, die am Fuße des Berges ihre größte Kolonie des Landes haben. Aber wir sehen Rehe. Denn 5 Rehe queren in unmittelbarer Nähe entlang unserer Route den Weg.

Am Spitzerberg steht ein Bankerl mit herrlicher Aussicht. Wir nehmen gerne eine Auszeit, Teepause 2 und blicken bis Wien. Und wir sehen, die nahende Regen- und Sturmfront auf uns zukommen. Kaum treten wir die letzten Meter bis zur Kellergasse an, erreichen uns die ersten Sturmböen. Unsere Schritte werden schneller. Wir erreichen unseren Ausgangspunkt. Der Sturm ist da. Und kaum sind die Autotüren geschlossen, auch der Regen. Wir fahren ein paar Meter zu einem geöffneten Heurigen und lassen uns kulinarisch verwöhnen. Ein Heuriger, wie er einst war. Super hausgemachte, kalte Produkte und guter Wein. Ein schöner Abschluss, ehe wir im strömenden Regen nach Wien fahren.

Strecke lt. Angaben: 5,7 km

Höhenmeter lt. Angaben: 139

Start und Ziel: Kellergasse Prellenkirchen

Unsere Dauer inkl. Fotos, zwei Teepausen: 2 Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Verpflegung bei Bedarf mitnehmen. Entlang der Route haben wir genügend Bankerl/Rastplätze gefunden. In der Kellergasse in Prellenkirchen hat fast rund um die Uhr immer ein Heuriger ausgesteckt.

Für Menschen, die gerne am Handy hängen sei erwähnt, dass es immer wieder mit der kostenlosen Handy-App "Wanderwege Römerland Carnuntum" kurzweilige Geschichten, Historisches, Sagen, Traditionen uvm. über die Region zu hören gibt. Nachdem wir aber stets gerne ohne technischen Firlefanz unterwegs sind, lesen wir die ausreichenden Informationstafeln entlang der Route bzw. habe ich die Infos auch im Netz zu Hause am Computer gefunden.

Beschilderung am Tag unserer Wanderung: durchgehend markiert. Fein finde ich immer wieder die Zeitangaben. Nur eine Tafel, gleich beim ersten Abstieg vom Spitzerberg zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Nicht täuschen lassen, sondern einfach weiter gehen.

Wien, 29.01.2022

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.