Kulturwanderweg

St. Leonhard bei Freistadt, Mühlviertel, Oberösterreich

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Noch ist es eisig kalt und trüb, als wir den Ortskern von St. Leonhard bei Freistadt verlassen.

Immerhin sind wir auf 812 m Seehöhe und haben zum Glück noch keinen blassen Schimmer, dass wir vorerst rund 200 Höhenmeter bergab gehen, um dann fast 250 wieder nach oben zu kriechen. Als Großstadtwanderer kämpfen wir schon mit der frischen, würzigen, klaren und noch eisigen Luft, geschweige mit den Höhenmetern.

Vorerst durchwandern wir jedoch gemütlich Siedlungsgebiet, passieren das "Blinde Kreuz", tauchen alsbald in den buntgefärbten Herbstwald ein, um zu den "Weltuntergangssteinen" zu kommen. Immer wieder genießen wir die herrlichen Fernsichten.

Die ganze Strecke hoffe ich, dass wir zwischen den beiden Findlingen, die sich anscheinend aufeinander zu bewegen, noch hindurchpassen. Die Legende besagt, dass, wenn die beiden Steine zusammenstoßen, die Welt untergehen wird.

Puh, geschafft, wir sind durch. Zwar passen heute keine Heuwagen, wie es einst gewesen sein soll, mehr hindurch, aber die gut gebauten Großstadtwanderer haben noch ausreichend Platz. Somit können wir ohne Panik unsere Wanderung auf einem kurzen Stück der alten Zufahrtsstraße fortsetzen. Bis in die Fünfzigerjahre erfolgte der Gütertransport zum und vom Bahnhof Kefermarkt mit Pferdefuhrwerken.

Nach einer kleinen Steigung halten wir unter der Zigeunerbuche, die hier schon seit über 200 Jahren steht und einst den herumziehenden Zigeunern als Art Marktplatz galt. Leider verkauft heute hier niemand mehr Häferl, Stoffe, Schuhbänder, Regenschirme und mehr. Und auch unsere Wandermesser werden nicht geschliffen. Mit viel Phantasie versetze ich mich in die alte Zeit und höre die Wagen schon anrollen und sehe einen Elefanten fröhlich tröten.

Nach der Teepause geht es weiter gegen Himmel. Ich habe es befürchtet, wo es gleich zu Beginn fröhlich bergab geht, geht es irgendwann wieder schnaufend nach oben. Wir erreichen den Zehentkasten. Nachdem wir nichts kaufen konnten, müssen wir auch keinen Zehent leisten und ziehen weiter.

Wir lassen das Uhlanen Kreuzstöckl hinter uns und sehen schon St. Leonhard vor uns. Die Pfarrkirche ist schon fast zum Greifen nah, doch wir biegen nochmals ab und schleppen unsere Großstadtkörper auf den 892 hohen Predigtberg. Hier steht die, der berühmten Heimatdichterin Susi Wallner gewidmete, 18 m hohe Aussichtswarte. Leider haben wir es nicht geschafft, die Tür zu öffnen. Laut Information der Gemeinde geht diese "nach außen" auf und ist tagsüber durchgehend geöffnet. Wir werden aber bei unserem nächsten Besuch schauen, welchen Fehler wir begangen haben.

Vorbei am Eidechsenstein, der Lourdes-Grotte und der Bründl-Kapelle erreichen wir sodann wieder unseren Ausgangspunkt. Nun geht es zurück zu unserem Quartier beim Forellenwirt in Mitterbach.

Strecke lt. Internet/unserem KM-Messgerät: 7 km/9,24 km (frag mich nicht, wo wir waren)

Höhenmeter: 400

Start und Ziel: Marktgemeindeamt St. Leonhard bei Freistadt

Unsere Dauer: 3 Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Verpflegung mitnehmen, unterwegs keine Einkehrmöglichkeit. Gut beschilderter Rundweg. Wie gesagt, den kleinen Umweg über die Susi-Wallner-Warte kann man auslassen (und somit an Höhenmetern einsparen).

Wien, 23.10.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.