Kraft & Wein Energie-Weg

Haugsdorf, Weinviertel, Niederösterreich

Kleiner Tipp am Rande: bei Fotogalerie auf die Fotos klicken, dann erscheinen diese im Vollformat

Die Geschichte der Siedlung, auf deren Boden der heutige Markt Haugsdorf liegt, verliert sich im Dunkeln der vorgeschichtlichen Zeit, steht auf der Homepage. Ich hoffe, wir verlieren uns nicht auch im Dunkeln, wenn wir dem Kraft & Wein-Energie-Weg mit angegebenen 8 km Länge folgen. 

Nur zwei Mal haben wir die Angst, verloren zu gehen. Einmal bei der Weinkirche, wo es nicht ganz offensichtlich ist, ob der Weg vor oder hinter der Kirche führt, nehmen wir glatt die falsche Richtung. Gut, dafür kennen wir nun die absolut neumodische Kirche von Jetzelsdorf. Kein Wunder, dass sich die Bevölkerung für den Erhalt des alten Kirchengebäudes eingesetzt hat. Wenn auch Weinkirche doch unüblich ist und zum Schmunzeln einlädt.

Beim zweiten Mal beweisen wir eine gute Spürnase sowie Kommissar Polt, der diese Gegend abgöttisch liebt und hier auf Mörderjagd geht. Du kennst Polt nicht?

Simon Polt ist die fiktive Titelfigur mehrerer Kriminalromane des österreichischen Autors Alfred Komarek. Er ist introvertiert, gelegentlich melancholisch und grüblerisch, liebt das Weinviertel, kennt seinen Rayon und die Menschen mit ihren Stärken und vor allem Schwächen. Und löst seine Fälle mit Feingefühl, dem Blick ins Weinglas und einem starken Gerechtigkeitssinn. Nachdem ich schon ein Buch gelesen habe, mich an manche Stellen zurückerinnere, bemerke ich sofort, dass der Wanderwegweiser nach Querung der Weinviertler Bundesstraße wohl Opfer eines kleinen Verkehrsunfalls geworden ist. Der Pfeil verspricht Haugsdorf in 2 km, zeigt aber in Richtung Kleinhaugsdorf, also zur Grenze. In detektivischer Kleinarbeit erkennen wir, dass das Schild touchiert und somit verschoben wurde. Glück gehabt, so sind wir weiter am richtigen Weg unterwegs.

Ich verstehe Polt, die Gegend ist wirklich traumhaft, sogar an einem wettertechnisch nicht einwandfreien Tag wie heute. Wir passieren die Kellergasse von Jetzelsdorf, streifen durch Weinberge und schauen weit ins Land. Die sanften Hügel sind oft noch etwas angezuckert, also leicht mit Schnee bedeckt. Die Sonne versucht sich durch die Wolken zu zwängen und taucht die Landschaft in ein ganz besonders faszinierendes Licht. Ein richtiger Traumtag, wenn man bedenkt, dass es in Wien regnet. Bei uns ist es trocken und windstill. Herrlich zum mit der Seele baumeln und Entspannen. Leider ist aber die Radlerrast, entgegen der Zusage täglich von 08.00-20.00 geöffnet zu sein, geschlossen. Nehme an, Corona lässt grüßen. So müssen wir uns mit unserem Früchtetee aus der Thermos, anstatt einem Gläschen Wein und Traubensaft stärken.

Ohne jegliche Anstrengung, jedoch voller Energie, erreichen wir den Ausgangspunkt. Zuhause gibt es die restliche Gemüsesuppe von gestern. Danach gebackenen Käse aus dem Krisenkochbuch.

Strecke lt. Angaben: 8 km/Unsere Km inkl. kleiner Zusatzstrecke bei der Weinkirche 8,7

Höhenmeter: rund 60

Start und Ziel: Hauptplatz Haugsdorf

Unsere Dauer inkl. Fotos: 2 ½ Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Bei Bedarf Verpflegung mitnehmen. Bis auf ein paar Kleinigkeiten gut beschildert.

Wien, 05.12.2021


Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.