Blumengärten Hirschstetten

Blumengärten Hirschstetten

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Über ein Jahr hält Corona, die größte Pandemie aller Zeiten, die Welt in Schach. Auch die heutige Wiener Gratistageszeitung ist wieder voll damit. Ich blättere gelangweilt Seite um Seite und lese nur, wenn überhaupt noch, die Überschriften.

Irgendwie scheint die Welt still zu stehen. Oder nein, sie scheint sich nur noch im Kreis zu drehen. Ja, schon gut, sie dreht sich im Kreis, aber nun seit einem Jahr nur noch um ein Thema.

Die U-Bahn fährt ein. Bummvoll. Na fein, ich versuche ein Plätzchen zu finden, wo ich mich irgendwo so halb anlehnen kann, falte meine Zeitung, suche meinen Kugelschreiber und beginne mein tägliches Öffi-fahren-Ritual. Kurz gesagt, ich löse das schwere Sudoku in der Zeitung. Die wichtigste Seite in dem Blatt.

Einige Stationen später ist die U-Bahn recht leer und ich ergattere einen Sitzplatz. "Endstation, alles aussteigen!". Hallo? Bin ja noch gar nicht fertig. Widerwillig steige ich aus, wechsle zur Straßenbahn. Sitzplatz. Sudoku geht weiter.

Ich glaube, der Straßenbahnfahrer war jetzt nicht so glücklich, als ich in letzter Minute meinen Haltewunsch bekanntgab, denn in der Station Spargelfeldstraße fährt die Linie 26 schon mal gerne durch, wenn keiner aus oder in die Bim will. Sorry, aber ich bin erst in letzter Sekunde mit der letzten Zahl in den Kästchen fertig geworden.

Und schwupps, schon stehe ich vor dem Eingang der Blumengärten Hirschstetten, die gottseidank aus dem Winterschlaf erwacht sind. Maske runter, gute Laune an.

"Servus".

Ich fahre herum. Wer kennt mich? Hier, so eine gute Stunde von uns zu Hause? Wer redet mit mir?

"Sag, merkst Du es auch wie frisch die Luft ist? Und dennoch ich sage Dir, die Liebe liegt in der Luft. Man muss sie nur erkennen. Magst Du mit mir gehen?"

Hä? Ich bin verwirrt. Rund um mich ist niemand. Wer bitte spricht dann zu mir?

Ich lasse meine Blicke streifen. Achso! Sehe schon! Sind die putzig? Zwei Ziesel nähern sich zaghaft an. Ja, ja, Frühling wird es wieder. Auch wenn die eisigen Temperaturen etwas anderes erzählen. Ich spitze meine Ohren. Träume ich jetzt, oder kann ich die beiden Nager wirklich hören?

Von irgendwo dringt ein Schnarchen an mein Ohr. Ich wandere weiter. Meine Güte, wie friedlich der Anblick doch ist. Was er gerade träumt? Auf alle Fälle muss es ein glücklicher, zufriedener, sorgenfreier Traum sein.

"Noch ein paar bunte Eier, juhe, bald ist Ostern, jipideh!"

Eine jugendliche Stimme trällert ein Lied in das Sonne-Wolkenspiel des Himmels. Aber wer singt da so schön vor sich hin? Rund um mich ist niemand.

"Rot, Grün, Gelb, ich male wie es euch gefällt..."

Ich bin verwirrt. Höre ich schon Stimmen? Reden Geister in meinem Kopf?

Dann sehe ich den Osterhasen, der sich fröhlich ans Werk macht. Achso, alles klar. Sind doch nur noch knapp zwei Wochen bis zum Osterfest. Der hat aber gute Laune und steckt mich richtig an.

"Erzähl mal, ihr wart letztens am Wildkatzenwanderweg im Thayatal? Wie ist es dort so?", die beiden Wildkatzen schauen mich neugierig und erwartungsvoll an. Na gut, dann erzähle ich mal von der kleinen, weiten Welt.

Puh, es wird immer kälter, die Sonne ist nun komplett verschwunden, der Wind wird eisiger. Die beiden verabschieden sich und ziehen sich ins Warme zurück. Ich freue mich, dass ich sie endlich mal zu Gesicht bekommen habe.

Die Schildkröten, Schmetterlinge, Libellen und viele andere Tiere verschlafen den kalten Frühlingsbeginn noch. Recht haben sie. Nur die Bienen sind schon fleißig und bedienen sich an den gelbblühenden Dirndlstauden. Da geht es zu, ärger als gestern im Supermarkt.

"Schnüffel mal!"

Bitte was soll ich schnüffeln? Und wer fordert mich dazu auf?

"Na, hier an den Blumen. Rieche die Natur, den Frühling, die Zuversicht, die gute Laune!"

Ich höre wirklich schon Stimmen. Anscheinend spricht die liebevolle Osterdekoration in den Gärten mit mir. Aber es stimmt schon. Langsam riecht man die Natur. Wenn auch noch sehr, sehr zaghaft. Wie lange wird es noch dauern, und die Gärten werden in voller Pracht erstrahlen und ihre ganze Vielfalt präsentieren?

"Na, hübsche Frau, darf ich Dich auf ein Hotdog einladen?"

Ich fühle mich "gebauchpinselt". Wie lange hat mich schon kein Mann mehr von der Seite angesprochen. Dankend nehme ich die Einladung am Schutzhaus Seerosenteich an.

Mampfend lustwandeln wir über die Brücke am Seerosenteich, suchen uns ein Plätzchen an einem Jausenbereich. Wir schwelgen in warmen Geschichten von sonnigen Schaukeleien und frösteln in der Weihnachtsausstellung.

Wir erzählen uns phantasievolle Geschichten und halten uns die Bäuche vor Lachen. Wir blödeln über Pannonische, Mexikanische, Indische und Kleine Gärten. Verlieren uns in der Provence und kommen im englischen Garten zur Tea Party. Wir durchlaufen barfuß den Strand und schütteln die Sonne aus dem Haar.

Die Welt scheint so einfach, so herzlich, so ausgeglichen. Ich spüre die gute Laune Herr über meinem Körper werden. Probleme sind längst zerplatzte Seifenblasen.

Wir landen im Hochzeitsgarten. Da wird es mir dann zu eng. So rasch geht es bekanntlich nur im Fernsehen. Ich verabschiede mich höflich und ziehe weiter. Zum Glück ist das Labyrinth gerade in der Umgestaltung, somit kann ich mich darin nicht verlaufen.

Mein Weg endet am Beginn, nämlich im "Ensemble Spannberg", mit Bauernhof, Presshaus und Stadl.

Die europäischen Ziesel huschen über die Wiese, das Schaf ist mittlerweile munter und die Ziege genießt für einen Bruchteil von Sekunden die Sonne, die sich durch die Wolken schiebt.

"Gehst du schon?" fragt mich eine Krähe, die sich gerade am Heu der Bauernhoftiere bedient.

Ja leider, ich muss nachhause. Meine Zauberküche anwerfen und für meinen Chef und mich ein Abendessen zaubern. Ja leider, ich muss wieder hinaus in den Alltag, in die Welt mit Corona, mit Frust und Problemen. Ja leider, schon an der Straßenbahnhaltestelle werde ich gleich wieder in mürrische Gesichter blicken. Ja leider, ich muss die Tür zur Phantasiewelt für heute schließen.

Aber ich weiß, mein Tag ist heute bunter als sonst. Meine Laune besser als am Morgen. Meine Gedanken freier als bei der Anreise.

Wir haben wirklich ein schönes Fleckchen Erde hier in Hirschstetten. Einen Traumplatz in der Großstadt. Man muss sich nur darauf einlassen!

Weitere Beschreibung und Karte unter https://www.wien.gv.at/umwelt/parks/blumengaerten-hirschstetten/themengaerten/ 

Wien, 23.03.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

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