Walderlebnisweg Hochleithenwald

Wolkersdorf

Kleiner Tipp am Rande: bei Fotogalerie auf die Fotos klicken, dann erscheinen diese im Vollformat

Der Hochleithenwald liegt im Weinviertel und gilt als der größte Eichen-Hainbuchenwald in dieser Region. Die Gemeinden Bockfließ, Hochleithen, Bad Pirawarth, Groß-Schweinbarth und Wolkerdorf teilen sich das ausgedehnte Mischwaldgebiet. Besitzerin des Waldes ist die Traunsche Forstverwaltung.

Viel finde ich im Internet nicht über Wanderwege in diesem, rund 15 km von Wien liegenden Wald. Er soll kaum touristisch erschlossen sein, obwohl er vor den Toren unserer Heimatstadt liegt. Neugierig, wie wir Großstadtwanderer nun mal sind, machen wir uns auf Spurensuche.

Am Ende der Hochleithenstraße steht das erste Wanderschild. So süß, der kleine Fredi Frischling, der grunzvergnügt verspricht, uns durch den Wald zu begleiten. Aber Fredi, gleich zu Beginn die Frage nach links oder rechts? Ich will nach links, mein Chef nach rechts. Nun, wir gehen nach rechts, passieren einige Häuser und treffen auf die ersten Hinweisschilder. Da es ein Rundweg ist, weist Fredi in beide Richtungen.

Schmetterlinge schwirren um uns.

Die ersten Herbstfrüchte erstrahlen langsam in unterschiedlichen Farben. Und auch der, für diese Region bekannte Grüne Veltliner reift vor sich hin.

Beim Blick zurück schiebt sich die römisch-katholische Pfarrkirche von Wolkersdorf, die der heiligen Margareta geweiht ist und unter Denkmalschutz steht ins Bild. Ein Stück des Weges weiter erblicken wir unsere Heimatstadt Wien. Im Stillen gebe ich Chef recht, denn die Aussicht ist grandios und dennoch, trotz der frühen Morgenstunden, schon jetzt sehr dunstig. Möchte gar nicht wissen, wie es um die Mittagszeit aussieht. Wir finden eine einladende Bank für unsere Frühstückspause - natürlich mit Blick auf Wien. Durch den Feldstecher erkennen wir viele unserer Sehenswürdigkeiten. Wir würden am liebsten hier einfach sitzen bleiben.

Irgendwann halten wir die Hitze der Sonne nicht mehr aus und ziehen weiter. Fredi schickt uns in den Wald. Wir erreichen eine der angeblich insgesamt 10 Stationen und Fredi verrät uns einen Geheimtipp. Wir sollen unbedingt der gelben Markierung folgen und die rund 2 km lange Achterschleife erforschen. Zwar sollen keine Erlebnisstationen aufgestellt sein, aber mit offenen Ohren und Augen gibt es viel Schönes im Wald zu sehen, in jedem Fall ein Erlebnis verspricht Fredi. Wir sollen auch beim sagenumwobenen Waldheurigen vorbeikommen und gut gestärkt wieder hier am Ausgangspunkt landen. Karte fotografiert und los. Nun, der Wald ist wirklich schön und mystisch. Es raschelt hier und da. Wir sehen unterschiedliche Früchte, einige Pilze sowie faszinierende Waldszenen. Nur wir sehen keine gelbe Markierung, die dürfte derzeit auf Urlaub oder gestohlen sein.

Wir folgen wortwörtlich unserer Nase und stoßen irgendwann auf eine anscheinende Forststraße, die ein zeitlich begrenzter Radweg ist. Jedoch keinerlei gelbe Markierung und auch keinen Hinweis auf den Waldheurigen.

Langsam bin ich genervt. Die Sonne brennt auf uns herab, ich schwitze, die Getränke sind verbraucht und ich mag nicht mehr ziellos durch die Gegend laufen. Auch tausende Blicke auf den fotografierten Plan klären uns nicht auf. Wir fragen einen NordicWalker, nur der weiß auch nichts. Und Heurigen kennt er da auch nicht. Irgendwann reicht die Hitze, wir nutzen die Möglichkeit rechts in einen Waldweg einzubiegen. Die Richtung stimmt auf alle Fälle, so sollten wir wieder nach Wolkersdorf kommen.

Mir vergeht die Lust am Fotografieren, ich will einfach nur noch auf den richtigen Weg. Wer uns Großstadtwanderer kennt, weiß, dass wir ohne technischen Firlefanz unterwegs sind und so haben wir uns gefreut, dass die wenigen Wanderwegbeschreibungen im Netz von "gut beschildert" gesprochen haben. Nun, Fredi, wo bist du? Schickst du uns in die Wüste?

Endlich treffen wir auf einen Einheimischen, der uns auf den rechten Weg schickt. Also, soweit weg waren wir gar nicht und schon bald ist auch Fredi wieder da. Tja, war ein richtiges Waldabenteuer. Und bezaubernd ist der Mischwald auf alle Fälle. Achso, und den Heurigen gibt es laut Auskunft wohl nicht mehr.

Nun gehen wir wieder mit Fredi zurück zum Ausgangspunkt, kommen noch an einer Bildeiche vorbei und genießen die frische Waldluft. Ich bin wieder entspannter und genieße die Wanderung, die wir auf alle Fälle empfehlen können. Mit etwas Mut, Orientierungssinn und Abenteuerlust ist sie eine herrliche Auszeit von unserer Großstadt.

Strecke: 4,1 km, wenn man sich nicht verläuft, wir waren schätzungsweise rund 7 km unterwegs

Höhenmeter: keine Ahnung, aber es war keinen nennenswerten Steigungen zu bewältigen, denke lt. Karten so um die 50

Start und Ziel: Hochleithengasse bei der Wandertafel

Unsere Dauer - inklusive Tierbeobachtungen, Fotopausen, einer Wander-Frühstückspause sowie einigen Umwegen: ca. 3 Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Verpflegung mitnehmen, entlang der Route keine Einkehrmöglichkeit, Abenteuerlust und Zeit einpacken

Wien, 21.08.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.


Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.