Weingebirgstour

Rechnitz, Burgenland

Wir starten am Hauptplatz direkt vor der Polizeistation. Gleich auf der anderen Straßenseite ist eine Übersichtstafel, die ich mal aus guter Laune fotografiere, ohne zu wissen, dass sie noch "Wandergold" wert sein wird.

Bei der Suche nach einer Wanderung in Rechnitz musste ich im Vorfeld schmunzeln: Weingebirgstour! Und das im Burgenland. Welches Gebirge meinen die wohl?

Wir folgen der Hauptstraße, kommen zur Pfarrkirche hl. Katharina, die mit ihrem dominanten gelb uns freundlich entgegen strahlt. Die barocke römisch-katholische Pfarrkirche steht unter Denkmalschutz. Und wir etwas ratlos rechts nehmen ihr. Von gut beschildertem Wanderweg, wie wir gerne hätten, ist hier nichts zu sehen. Wie gut, dass ich die Übersichtskarte fotografiert habe. Klar, geht mit Handy auch. Wie aber treue Leser/innen wissen, lieben wir Wanderwege mit Taferln, damit wir Großstadtwanderer wenigstens bei unseren Touren mal ohne technischen Firlefanz unterwegs sein können. Technisch sind bei unseren Wanderungen nur die Kameras.

Dank meines Fotos folgen wir der roten Linie durch die Grabengasse, einen Schlenker über die Mühlbachgasse bis zur Kreuzung Untere und Obere Taborstraße. Nachdem die Vinothek lt. Internet noch geschlossen hat, folgen wir einem Stück dem Weinlehrpfad. Juhu, ein Wanderschild mit Nr. 22. Leider verläuft es sich auch irgendwann, kommt dann wieder und verschwindet wieder. Auch kein verlässlicher Wegweiser.

Wir folgen der roten Linie – lassen den Schwenker über den Weinlehrpfad aus und genießen die herrlichen Aussichten bis nach Ungarn. Es ist so schön ruhig hier. Die Kellerstöckl faszinieren uns besonders. Liebevoll in Schuss gehalten und alle mit traumhafter Aussicht. Jetzt weiß ich auch, dass das Weingebirge kein Gebirge ist, sondern die Region.

Wir überschreiten den Loiblsteg und verlassen die Asphaltstrecke, um den ersten burgenländischen Jagdlehrpfad zu erforschen. Ein Stück Waldweg mit, zwar in die Jahre gekommene, aber noch immer gut lesbare und liebevoll gestaltete Holztafeln in Deutsch und Ungarisch. Sie erzählen von den Tieren des Waldes. Verschiedene Objekte zeigen den Aufgabenbereich des Jägers. Wirklich sehr nett und für uns Großstadtwanderer sehr interessant.

Bald ist der Wald zu Ende, wir erreichen wieder ein Kellerstöckl und folgen dem Weg bergab. Vorbei an einem Buschenschankschild (hätte geöffnet, wir lassen ihn aber im wahrsten Sinne des Wortes links liegen) geht es durch die Kellergasse. Nun, wir kennen genügend Kellergassen im Weinviertel, daher wundern uns die Schornsteine. Die Kellerstöckl sind anders, als die Weinkeller in Niederösterreich, denn sie führen aufgrund der hier auslaufenden Alpen und dem harten Gestein nicht tief ins Berginnere. Sie sind fast alle zweistöckig, unten wurde gearbeitet, oben mal kurz geruht oder sich vor Unwettern in Sicherheit gebracht. Die meisten sind liebevoll renoviert, nur ganz selten stoßen wir auf alte "Geschichtenerzähler".

Eine herzliche Einladung, die Getränkestation der Familie Koch, sticht in unser Auge. Wir nehmen gerne an und landen mitten im gemütlichen Garten. Da die Betreiberfamilie gerade anwesend ist und hier Gastfreundschaft groß geschrieben wird, vergeht plaudernd eine gute Stunde. Nett war es, und der "Bella UHU" lässt uns beschwingt das letzte Stück des Weges antreten.

Angaben lt. Internetrecherche – gefunden im Vorfeld.

Strecke: 7,8

Höhenmeter: 161

Tourbeschreibung: leicht, lassen wir so stehen

Wo geht es los? Wie kommt man hin?

Start und Ziel: wir sind am Hauptplatz, vor der Polizei gestartet

Anreise: PKW

Mit dem Auto: Parkplätze vorhanden. An unserem Wandertag kostenlos.

Öffentlich: Bus ab Oberwart

Empfehlung für Gruppen: Wanderbusse ab 6 Personen bei CÄSAR

Wie lange waren wir unterwegs? Gibt es Rastmöglichkeiten? Gastronomie entlang der Runde?

Infos lt. Erfahrung am Tag unserer Wanderung

Unsere Dauer inkl. Fotos: 3 ½ Stunden, davon reine Gehzeit rund 2 ½ Stunden. Der Rest war Pause beim Rastplatz inklusive Plaudern mit den Betreibern

Bei Bedarf Verpflegung mitnehmen, jedoch nur wenige Rastmöglichkeiten gefunden.

Gastronomie entlang der Strecke: Buschenschank, bitte vorab klären, welche offen haben – vor allem im letzten 1/3 des Weges gibt es einige. Oder einfach auf gut Glück.

Getränkestation immer geöffnet. Hier gibt es auch ein WC. Bitte Kleingeld mitnehmen.

Folgende Hinweise sind aus unserer Sicht bzw. Anhand unserer Erfahrung am Wandertag:

Markierung: am Tag unserer Wanderung kaum markiert. Tipp: Am Hauptplatz die Wanderkarte abfotografieren – siehe unser Foto. Ist aber nicht so schwer zu finden.

Kinderwagen: geeignet. Eventuell den Jägerlehrpfad umfahren

Rollstuhl: mit Begleitung sicher geeignet, jedoch Jägerlehrpfad umfahren

Fahrrad: geeignet

Hunde: an der Leine kein Problem.

Wegbeschaffenheit: Asphaltstraßen, Jägerlehrpfad Forststraße

Was noch wichtig/interessant ist: Kleingeld für Getränkestopp mitnehmen. Übernachtungsmöglichkeiten in einigen der Kellerstöckl. Ideale Strecke für Nordic Walkingfans.

Unsere allgemeinen Wandertipps: Großstadtwanderer

Transparenz

Wanderung Nummer 255 seit 29.08.2020

Wien, 25.06.2023