Rundwanderweg zum Seelackenberg

Sitzenberg-Reidling, Mostviertel, Niederösterreich

Kleiner Tipp am Rande: bei Fotogalerie auf die Fotos klicken, dann erscheinen diese im Vollformat

Sitzenberg-Reidling liegt am südwestlichen Rand des Tullnerfeldes. Der Name ist slawischen Ursprungs und stammt von Rudinica aus dem 7. oder 8. Jahrhundert. Schon nach den ersten Metern unserer Wanderung fällt uns das markante Schloss Sitzenberg ins Auge.

Hoch über unseren Köpfen thront das Renaissanceschloss, das 976 als frühere Burg erstmals erwähnt wurde. Etliche Besitzer hat der prachtvolle Bau gesehen, ehe es 1951 in staatlichen Besitz kam und heute die Höhere Bundeslehranstalt für Land- und Ernährungswirtschaft beheimatet. Dem Schloss zu Füßen liegt der 12 ha große Schlossteich, der neben Erholungsgebiet auch von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Schon in Kindertagen hörte ich oft vom großen Karpfenabfischfest in Sitzenberg-Reidling. Rund um den Teich gibt es einen Karpfenlehrpfad, dem man zum Schluss der Wanderung noch ein Stück folgt.

Aber jetzt geht es erst mal richtig los, wir verlassen das verbaute Gebiet und schrauben uns durch romantische und zugleich faszinierende, meterhohe Lösswände gegen Himmel. Nach knapp 2 km steht eine Bank. Hier legen wir unsere erste Teepause ein und genießen den grandiosen Ausblick ins Tullnertal.

Stetig ansteigend durchwandern wir herrlich ruhigen Wald. Die Luft ist rein und die Baumwipfel wiegen sich im sanften Wind. Der Weg ist angenehm und schon bald erreichen wir den höchsten Punkt, den Hl. Johannes, eine ehemalige Predigtsäule der Protestanten beim Seelackenberg.

Irgendwie haben wir das Gefühl in einen Zauberwald einzutauchen, faszinierend ist, dass fast alle Bäume mit Efeu verwachsen sind. Und so erreichen wir alsbald die Seelacke.

Danach führt der Weg noch einige Zeit durch den Wald, bis wir mitten im "Wald-Mikado" stehen. Unglaublich, welche Kräfte hier der letzte Sturm eingesetzt hat, um die Bäume wie kleine Mikadostäbchen zu verwirbeln. Der Weg ist ein Parkourlauf, einmal drüber, dann wieder unten durch und nochmals drüber und unten durch. Bei diesem Bild der Verwüstung ist auch klar, wieso man bei Sturm nicht in den Wald gehen soll.

Der Weg führt weiter bergab. Wir sehen ein hoch modernes Gebäude, einen alten Hochstand. Folgen dem Biodiversitätspfad und landen wieder beim Schlossteich, wo wir, ehe wir ihn umrunden, noch eine kurze Teepause einlegen. Noch ein kurzes Stück und wir sind wieder beim Startpunkt.

Leider haben die beiden passierten Gasthäuer derzeit Ferien, so fahren wir ein paar Kilometer weiter in die Ahrenberger Kellergasse, wo immer ein Heuriger offen hat und stillen unseren Wanderhunger. Sie ist übrigens die längste Kellergasse Österreichs.

Strecke lt. Angaben: 10,7 km

Höhenmeter lt. Angaben: 185

Start und Ziel: Gasthaus Schmid, Schlossbergstraße 20

Unsere Dauer inkl. Fotos, zwei Teepausen: 3 ½ Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Verpflegung bei Bedarf mitnehmen. Entlang der Route haben wir nur ganz wenige Rastmöglichkeiten gefunden.

Beschilderung am Tag unserer Wanderung: durchgehend und perfekt markiert. Einfach den rot-gelb-roten Markierungen folgen.

Wien, 05.02.2022

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.