Burgruine Schrattenstein

Schrattenbach, Industrieviertel, Niederösterreich

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Kennst du das? Eigentlich hast du vor nach einer anstrengenden Woche samstags auszuschlafen. Doch es kommt alles anders und so gibt es um 06.00 den ersten Kaffee und die Suche nach Wanderideen für diesen schönen Tag.

Irgendwie schaffen wir es jedoch, die Zeit zwischen unseren Fingern verrinnen zu lassen und als unser Blick auf die Uhr fällt ist es schon fast Mittag. Eigentlich hatten wir die Wanderroute bereits ausgesucht, Computer war offline und wir reisefertig. Doch für unser Vorhaben ist es nun zu spät, also Planänderung. Aber was? Ich krame in der >>tut gut<< Wanderbox und fische Schrattenbach (Wiener Alpen) hervor.

Bereits weit nach Mittags trudeln wir beim Gasthaus "Zum alten Schloss" ein. Der herrliche Gastgarten lädt regelrecht zu einem Getränk ein.

Wenig später bestellen wir verspätetes Mittagessen. Wieso nicht hier mit der Seele baumeln, die grauen Alltagssorgen der Großstadt verdrängen und sich kulinarisch hervorragend verwöhnen lassen? Egal, wandern können wir danach noch immer.

Naja, mit vollem Bauch - herrliche Mehlspeisen gibt es auch - und unserer Großstadtkondition ist der Anstieg zur Burgruine Schrattenberg keine so gute Idee gewesen. Noch dazu ist es wieder mal urwarm. Noch sind wir der festen Überzeugung, die Route 3 mit 7,3 km Länge zu gehen.

Trittsicherheit und feste Wanderschuhe sind sehr empfehlenswert, denn wahnsinnig viel Laub deckt den teilweise steinigen Weg ab. Ebenso gibt es einige Stellen, wo unter dem Laub alles gatschig und somit rutschig ist.

Wir erreichen die Stelle, wo sich Route 2 und Route 3 trennen. Mittlerweile ist der Tag schon fleißig fortgeschritten, also beschließen wir doch nur Route 2 mit 3,5 km zu gehen. Das ist der große Vorteil der >>tut gut<< Wanderrouten, fast immer gibt es eine Alternative. Und wir haben jedesmal eine Karte aus der Wanderbox mit.

Zuvor machen wir noch einen Abstecher zur sagenumwobenen Burgruine Schrattenstein. Schon das alte Foto zeigt, wie mächtig sie einst auf Felsen gedrohnt haben muss. Leider ist sie seit der Mitte des 16. Jahrhunderts nicht mehr bewohnt und somit dem Verfall preisgegeben. Man kann jedoch, soweit sich jeder traut, sie erkunden. Gleich zu Beginn geht es über eine Eisenbrücke. Solche Dinge sind nicht gerade mein Freund und ich setze jeden Schritt bewußt. Nur nicht durch die Löcher nach unten ins Nichts schauen. Geschafft. Wow, das sind dicke Mauern! Wie haben die bitte einst diese Menge an Steinen hier hoch geschafft? Bemerkenswert. Ein Traum und so ruhig hier. Ich spüre den Flair der Vergangenheit. Gibt es eigentlich noch ein Burggespenst und welche Sagen ranken sich um diese beeindruckenden Mauern?

Wir durchstreifen die Burgreste, kehren um, wieder die Eisenbrücke und halten eine Rast auf der Bank vor der Burg. So schön hier. Vögel singen ihre Lieder, irgendwo klopft ein Specht, tiefer im Wald ruft ein Kuckuck. Abschalten, Entspannen, Phantasie ankurbeln und genießen. Einfach den Alltag beiseiteschieben und von längst vergangen Tagen träumen. Kann man mich bitte hier einfach sitzen lassen?

Irgendwann müssen wir doch weiter. Es wird schon kühler und finsterer, wir sollten den Rundweg fortsetzen. Sollten...

... bis wir nur noch in die Tiefe schauen. Da runter? Zum Hohlweg Greith, Route 2 folgend? Ich sehe nur noch Bockerl und mich schon ausrutschen. Sorry, nein. Man muss auch den Mut haben, einfach mal nein zu sagen. Für diese Tour fühle ich mich heute zu müde, zu ausgelaugt, zu feige und überhaupt, einfach nein. Wir sind keine Berggemsen, wir sind Großstadtwanderer. Obwohl wir schon viel schaffen, aber das bitte heute nicht. Geübte Wanderer werden über uns Feiglinge lachen, auch egal. Wir haben den Mut nein zu sagen, umzudrehen und den gekommenen Weg wieder zurückzugehen. Dafür werden wir noch mit schönen Lichtspielen, fotogenen Rotwild und einer Blindschleiche belohnt.

Strecke lt. unserem Eindruck: schätzungsweise um die 2-3 km

Höhenmeter: ca. 173

Start und Ziel: Gasthaus "Zum alten Schlossteich".

Unsere Dauer inkl. Fotos, kurze Ruinenrunde und etwas längerer Pause vor der Ruine: 2 Stunden

Unsere Wandertipps: Großstadtwanderer

Zusätzliche Hinweise aus unserer Sicht: Trittsicherheit erforderlich. Ohne gute Wanderschuhe geht gar nichts.

Wien, 21.05.2022

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.