Schönaubach-Klamm Nr. 84

Schönau im Mühlkreis

Kleiner Tipp am Rande: bei Fotogalerie auf die Fotos klicken, dann erscheinen diese im Vollformat

Gut, dass im Jahr 853 der bayrische Grenzgraf Wilhelm das Land zwischen Aist und Naarn dem Kloster St. Emmeran zu Regensburg geschenkt hat. Die Grafen von Machland gründeten im Zuge des Landausbaues das Dorf Schönau und Stützpunkte bei der Rodung wurden die Burg Ruttenstein im Osten und die Burg Prandegg im Westen.

Ich bin mir jetzt gar nicht sicher, ob die Grafen damals schon geahnt haben, dass die Großstadtwanderer im Jahre 2021 direkt vor der Wallfahrtskirche, geweiht dem Hl. Jakobus, in Schönau landen werden. Die Schönauer Kirche liegt am Pilgerweg von Polen über Böhmen, durch Niederösterreich bis nach Santiago de Compostela in Spanien.

Soweit werden wir heute nicht kommen, denn die Schönaubach-Klamm ist unser Ziel. Entlang der Wegerersiedlung führt der perfekt beschilderte Wanderweg nach "Kleinkaining". Trotz des schon wieder trüben Wetters gibt es herrliche Panoramablicke, sogar bis zur im Nebel versunkenen Burg Ruttenstein, die heute zu den eindrucksvollsten Ruinen des Landes zählt.

Es geht bergab bis zum Krenederhaus und nochmals ein Stück weiter bis ins Tal des Schönaubaches. Ich freue mich schon auf eine herrlich zu durchwandernde Klamm.

Noch ein kleines Stück und das Abenteuer beginnt. Durch die letzten Regenfälle dürfte der Schönaubach besonders rauschend ins Tal fließen. Die Luft ist gleich viel frischer und das Tosen des Wassers Musik in unseren Ohren. Einfach abschalten, genießen, durchatmen.

Die Bäume sind mit Moos bedeckt, ebenso viele Steine. Ein wahrhaft gigantisches Naturschauspiel, das wir in vollen Zügen genießen. Bis...

...ja, bis wir vor einer, für uns Großstadtwanderer sehr dubiosen Brücke stehen. Also in unseren Augen ist das nicht mal eine Brücke, sondern einfach 3 Rundhölzer nebeneinander.

Einheimische Wanderer schütteln wahrscheinlich jetzt über uns Feiglinge den Kopf, hüpfen gekonnt über die moosigen Hölzer und gehen pfeifend weiter. Wir stehen wie angewurzelt davor und würden am liebsten mit der Wiener Reichsbrücke tauschen. Nun, aber weiter möchten wir auch, also wagen wir uns vorsichtig, Schritt für Schritt und einzeln über das Naturkunstwerk. Augen nach vorne, Arme ausstrecken, Stoßgebet gegen Himmel und los. Ich schlurfe wie eine Schlange über das Holz. Mein Chef ist schon auf der anderen Seite und ruft mir zu: "Wennst weitergehen willst, musst da rüber!"

Uff, geschafft. Blick zurück. Warum dort ein Wegweiser mitten in den Dschungel zeigt bleibt wohl ein ungeklärtes Rätsel. Und wieder nach vorne. Zurückgehe ich da sicher nicht mehr. Dass wir dann noch vor zwei solcher Brücken stehen kann ich noch nicht ahnen. Noch genieße ich das herrliche Naturschauspiel. Ziehe die frische Luft in meine Lungen und würde die Klamm am liebsten nie mehr verlassen.

Nun, und dann stehe ich vor Brücke 2. Soviel zum Thema nie wieder verlassen. Und bitte liebe Leser/innen nicht vergessen - wir kommen halt aus der Großstadt Wien und sehen solche Strecken anders als Wanderer, die ständig on tour sind.

Aber ich bin ja ein schlaues Mädel, also taste ich mich vorsichtig voran. Hihi, so richtig tief ist das kristallklare Wasser nicht. Also lieber mitten durch das Wasser - den hohen, wasserfesten, rutschfesten, neuen Wanderschuhen sei Dank - als nochmals über das grünliche Holz. Geschafft. Und weiter geht es.

Brücke 3 im Anmarsch, diesmal als liebevolles "L" angelegt. Und wieder mal mitten durchs Wasser. Gefällt mir eindeutig besser. Aber aller guten Dinge sind drei sagt man, mir würde es nun reichen.

Meine Wünsche werden erhört, von nun an geht der Weg einfach auf breiten Pfaden weiter. Bald endet die Klamm und auf einer Asphaltstrecke geht es zurück zum Ausgangspunkt.

Im "Treff 16" lassen wir unser Abenteuer kulinarisch ausklingen und können schon wieder darüber lachen. Schön war es auf alle Fälle und stolz kehren wir zu unserem Quartier, dem Forellenwirt zurück.

Strecke: 7 km

Höhenmeter: rund 142

Start und Ziel: am Dorfplatz bei der Bushaltestelle

Unsere Dauer - inklusive Tierbeobachtungen, Fotopausen: ca. 2 ½ Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Verpflegung mitnehmen, entlang der Strecke keine Einkehrmöglichkeit. Der Weg ist gut ausgeschildert, das Handy und sonstiger technischer Firlefanz kann Pause machen. Gute Schuhe und Trittsicherheit! Wanderkarte aus dem Internet herunterladen

Wien, 31.07.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.


Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.