Grottenthalrunde

Rainbach im Mühlkreis

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Wanderrouten, die nicht in jedem Wanderführer bereits totgetreten werden, ziehen uns Großstadtwanderer magisch an. Ein wenig Abenteuer und pure Romantik dürfen bei unseren Rundwanderungen schon dabei sein.

Und so stehen wir jetzt, nur wenige Kilometer von unserem Quartier, dem Forellenwirt, in Rainbach im Mühlkreis. Ein kleiner Ort, dessen abwechslungsreiche Geschichte bis 1100 zurückreicht. 1422 von den Hussiten niedergebrannt, wieder zum Leben erweckt, von der Pest heimgesucht und wieder besiedelt, von Hungersnöten und Seuchen geplagt, vom Bauernkrieg überrollt, von schweren Kriegsjahren erschüttert. 1832 kam mit dem Bau der Pferdeeisenbahn Linz-Budweis der Aufschwung. Kaum vorstellbar, dass erst 1900 das erste Auto durch den Ort fuhr, wenn man nun so neben der, im zweiten Weltkrieg als Reichsstraße erbauten, heutigen B310 steht. Unglaublich welche Verkehrslawinen sich durch die kleine Ortschaft pressen.

Endlich haben auch wir die B310 übersetzt und folgen dem gut beschilderten Wanderweg R5, der Grottenthalrunde. Tja, die Geschichte von Rainbach gibt noch viel mehr her, als ich hier schreiben kann, aber eines ist sicher: Heute gehen wir Großstadtwanderer in die Geschichtsbücher ein, und während wir so ständig bergab laufen schwant mir schon böses - denn wo es bergab geht, geht es irgendwann sicher auch bergauf.

Dennoch freue ich mich, denn der Weg gilt als Entschleunigungsweg entlang der 4 Bäche der Region. Gleich zu Beginn kreuzen wir noch den Weg der Farben um dann wirklich tief in die Natur einzutauchen. Entlang der Feldaist schlängelt sich der Weg gemütlich entlang. Es ist noch frühmorgens und die Luft frisch und würzig. Der Wald zeigt sich uns Großstadtwanderern von seiner besten Seite.

Tja, und dann schlägt die gute Laune nach einer, vom Bundesheer, errichteten Holzbrücke um. Einheimische werden sich jetzt schmunzelnd zurücklehnen, aber für uns Großstadtwanderer eröffnet sich ein kleiner, ansteigender, wurzelübersäter Pfad. Nun zeigt sich erstmals, was unsere neuen Wanderschuhe können und wir setzen jeden Schritt bewusst. Ganz schwindelfrei bin ich nicht, daher schaue ich einfach gerade aus. Bilde ich mir zumindest ein, eigentlich starre ich auf den Boden und versuche meine Schritte zwischen den, durch den nächtlichen Regen nassen und somit rutschigen Wurzeln zu platzieren. Wie gesagt, geübte Wanderer schmunzeln jetzt, aber wir kommen halt aus der Großstadt. Bei uns gibt es nur Asphalt.

Romantisch ist das Plätzchen, das gebe ich ehrlich zu und das kleine Abenteuer ist ja eh nur ein paar Schritte, bald geht es wieder gemütlich weiter. Irgendwie glaube ich kichernde Feen hinter den Bäumen zu hören. Oder sind es gute Waldgeister, die sich gerade den Bauch vor Lachen über uns halten? Beeindruckende Felsformationen beflügeln unsere Phantasie.

Bald verlassen wir den Wald und erreichen eine Forststraße, die uns bis zur B310 bei Apfoltern bringt. Wer schon müde ist, kann hier den Weg nach Rainbach abkürzen, wir bleiben aber auf R5 und erreichen bald Labach, um danach wieder bergauf und durch eine kurze Waldpassage den Ort Summerau zu erklimmen. Hier befindet sich auch der einzige, von der ÖBB betriebene Bahnhof im Gemeindegebiet.

Mittlerweile drückt die zunehmende Gewitterluft nicht nur unsere Stimmung, sondern auch den Schweiß aus allen Poren. Das Wetter in unserem heurigen Wanderurlaub spielt echt verrückt.

Auf freier Fläche geht es zwischen Feldern und Wiesen bergab, um dann das letzte Straßenstück bis Rainbach wieder anzusteigen. Langsam habe ich genug, aber die Kirche ist schon im Blickfeld und somit auch das Ende der wirklich wunderschönen, abenteuerlichen und zugleich erholsamen Tour.

Strecke: 9 km

Höhenmeter: rund 100 (anhand der Wanderkarte geschätzt)

Start und Ziel: direkt am Marktplatz

Unsere Dauer - inklusive Tierbeobachtungen, Fotopause: ca. 3 ¼ Stunden

Kleiner Tipp aus Sicht der Großstadtwanderer: Verpflegung mitnehmen, entlang der Strecke keine Einkehrmöglichkeit. Der Weg ist gut ausgeschildert (R5), das Handy und sonstiger technischer Firlefanz kann Pause machen. Gute Schuhe und Trittsicherheit! Wanderkarte aus dem Internet herunterladen

Wien, 30.07.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.