Dirndl blian schauen

Rabenstein an der Pielach, Niederösterreich

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Der Wetterbericht verspricht für den heutigen Sonntag strahlenden Sonnenschein. Deshalb parke ich nach rund 1 Stunde 10 Minuten unser Auto am Bahnhof von Rabenstein an der Pielach. 

Ein geschichtsträchtiger Ort inmitten des Pielachtals. Ein sonnenverwöhnter Tag, gespickt mit gelben Dirndlblüten, bezaubernden Ausblicken, abwechslungsreicher Streckengestaltung und frischer Frühlingsluft. Wenn dazwischen dieses unglaubliche Schnaufen nicht wäre. Als käme eine Dampflok den Berg hochgeschnauft. Irgendwo im Wald sprintet ein Tier unerkannt, aber lautstark davon. Wundert mich nicht.

Der Wald ist abwechslungsreich, teilweise noch mit einem Hauch Schnee bedeckt, dann wieder zwängt sich die Sonne durch die Baumkronen.

Ebenso die gesamte Wanderroute - Waldpassagen, dann über freie Felder, bergauf und bergab, dazwischen ganz wenig Asphaltstrecken.

Ein Wanderer kommt uns, ein fröhliches Lied pfeifend, entgegen. Er hat "Mitleid" mit den beiden Großstadtwanderern, die ihre etwas üppigen Großstadtleiber gegen Himmel schieben.

Und den Großstadtstaub aus den Lungen schnaufen. Er baut uns auf. "Ach, ihr seid doch erst am Anfang, der Weg wir noch viel höher!"

Wie gerne würde ich mit meinem Schatz jetzt in der Lusthütte abtauchen und den Tag genießen.

Aber nein, wir müssen weiter. Langsam merke ich, wie ich schon wieder mehr Luft bekomme und auch der nächsten Steigung lockerer entgegensehe. Aus der schweren Dampflok wird langsam ein ICE. Träumen ist ja noch erlaubt. Immerhin fährt im Tal unter uns die Mariazellerbahn.

Die Ausblicke werden immer grandioser. Noch schauen wir ins Pielachtal.

Doch schon bald dreht sich der Weg und ein absolut weitreichender Blick ins Sierningtal eröffnet sich uns Wanderern.

Nach der, auf 520 m Seehöhe, gelegenen Mühlberg-Kapelle, irgendwo am Pielachtaler Höhenweg legen wir auf einer Sonnenbank unsere Pause ein. Mit Tee, Salzstangerl, Knabbernossi und Mannerschnitten. Herrlich. Die frische Luft in die Lungen ziehen, die Blicke, wie einen Greifvogel über die Landschaft greisen lassen.

Ein Paradies liegt uns zu Füßen. Und ich weiß, noch ein kurzes Stück bergauf, und dann geht es nur noch, verdienterweise, bergab. Am liebsten würde ich die Bank nicht mehr verlassen. Es ist einfach so schön hier. So ruhig. So entspannend. So ganz anders, als in der hektischen Großstadt. Der, für uns, recht anspruchsvolle Anstieg ist längst vergessen.

Mit Blicken bis zum Ötscher und zur Burgruine Rabenstein, die übrigens Route 1 der >>tut gut<< Wanderwege ist, geht es gemütlich wieder Richtung Rabenstein, das uns zu Füßen liegt.

Achso, ich sollte noch sagen, dass wir den >>tut gut<< Wanderweg 3 begehen. Bei so vielen unterschiedlichen Wanderwegen ist die Auswahl gar nicht so einfach.

Wir sehen die ersten, zaghaften Dirndlblüten. Nein, da hängen keine bunten Dirndl am Baum. Da blüht gelb die Kornelkirsche, deren roten Früchte im Spätsommer geerntet und zu diversen Köstlichkeiten verarbeitet werden.

Wir sind im Land der Dirndl. Normalerweise wären wir jetzt mit unseren Reisegruppen von CÄSAR beim "Dirndl blian schauen", beim Dirndlprodukte verkosten und beim Dirndlvortrag bei Hans Weiss im Steinschalerhof. Hier kann man auch super Übernachten, sogar mit Hund. Leider verändert Corona verändert gerade die Welt.

Da tut das Träumen, Abtauchen aus der Realität ganz gut. Am Greenhorn Hill werden wir wieder ein bisschen Kind und tauchen in die Welt von Winnetou und Old Shatterhand. Die sind aber aufgrund Corona auch nicht zu Hause. Somit wären wir wieder in der Gegenwart und ziehen weiter. Noch ein Stück und wir sind wieder am Bahnhof. Und jetzt ab nach Hause.

Abends gibt es in meiner Zauberküche Leberknödelsuppe aus dem Krisenkochbuch. Danach gibt es den Tafelspitz vom Suppen kochen mit Cremespinat und Rösterdäpfel.

Übrigens, wir waren 3 ½ Stunden unterwegs.

Der gesamte Weg ist laut Internet in etwa 8 Km bei rund 304 Höhenmetern mit rund 11.500 Schritten.

Weitere Beschreibung und Karte unter https://wanderwege.noetutgut.at/.

Wien, 07.03.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.