Das ungezähmte Wesen der Donau-Auen

Orth an der Donau, Niederösterreich

Kleiner Tipp am Rande: bei Fotogalerie auf die Fotos klicken, dann erscheinen diese im Vollformat

In der Früh ist es in Wien grau in grau. Nach dem letzten Schluck Kaffee beginnt es zu regnen. Auch für das restliche Österreich schauen die Prognosen nicht besser aus. Chef verzieht sich noch einmal ins Bett, ich vertreibe mir die Zeit im weltweiten Web.

Irgendwann hört der Regen auf und die Sonne kämpft sich durch die Wolken, wir packen uns zusammen und fahren nach Orth an der Donau ins Marchfeld. Mitten im Herzen des Nationalpark Donau-Auen parken wir in Höhe des Nationalparkzentrums, beheimatet in der ehemaligen Wasserburg. Nachdem wir ohne Frühstück los sind, gibt es erstmals eine Stärkung auf einer Bank direkt vor der Pfarrkirche hl. Michael.

Danach besuchen wir das Kircheninnere und bestaunen das 1950 von Hans Alexander Brunner geschaffene Deckengemälde, welches die Erscheinung Christi auf dem Berg Tabor, die in den Himmel aufsteigende Jungfrau Maria und den Erzengel Michael im Kampf mit dem Bösen, zeigt.

Weiter geht es durch die Glasergasse bis zum Ortsrand und dann Richtung Oberer Stockmaiß und Nationalpark Donau-Auen. Beschilderung suchen wir diesmal vergeblich, aber mit etwas Spürsinn und Geschick sowie Orientierungssinn ist ein Verlaufen kaum möglich. Solange man, wie es ohnehin selbstverständlich sein sollte, auf den Hauptrouten unterwegs ist, gibt es Naturerlebnis gepaart mit guter Luft und herrlicher Aulandschaft.

Ich bin wirklich froh, dass 1996 dieses Juwel unter internationalen Schutz gestellt wurde. Gemäß dem Motto "Freier Fluss. Wilder Wald" kehrt hier der ursprüngliche Naturcharakter der Aulandschaft zurück.

Nachdem es länger nicht mehr geregnet hat, sind die kleinen Wasseradern komplett ausgetrocknet. So lebt die Natur. Einmal Hochwasser, dann Trockenperiode. Und die Natur weiß wohl besser, als wir Menschen sich an diese Naturgegebenheiten anzupassen.

Bald erreichen wir die Lebensader des Nationalparks, die frei fließende Donau. Auch hier spielt die Natur nach ihren Regeln. Solange man die Natur einfach in Ruhe lässt. Wir sehen Flussregenpfeifer, lauschen unterschiedlichen Tierstimmen und hören von weither einen Kuckuck rufen.

Die kleinen Inseln sind aufgrund der Trockenzeit gut sichtbar. Ein Wahnsinn, wie viel Schwemmholz das letzte Hochwasser hinterlassen hat. Raum für neues Leben.

Bei unserer Runde begegnen wir unterschiedlichen Insekten, Vögeln und Amphibien.

Sogar eine Ringelnatter zeigt sich uns ganz entspannt beim Sonnenbad.

Und keine Angst, dank unserer immensen Brennweite der guten Objektive (bis zu 600 mm) kommen wir den Tieren nur so nahe, wie es noch in beider Sinn ist. Ich habe auch keine Lust in deren Lebensraum einzudringen, ich möchte auch niemanden Fremden in unserer Wohnung sehen. Viele Tiere sind sowieso schneller als wir, sitzen gerade ungünstig oder möchten nicht Model stehen. Manchmal braucht es auch viel Geduld für den halbwegs perfekten Schnappschuss. Aber so ist nun mal ein gerechtes Miteinander.

Ab dem bekannten Restaurant "Uferhaus" ist der Weg gut beschildert. Wir sind nun auf der "Großen Orth-Donau-Runde", welche in etwa halb so lange ist wie unsere, unterwegs.

Wir passieren noch die alte Schiffsmühle, die 2008 aufgrund eines Lecks, geschlagen von einem Treibgut, unterging. Dank der unzähligen Bemühungen und Helfern konnte sie geborgen werden und liegt nun im geschützten Seitenarm und beherbergt ein Schiffmühlenmuseum.

Von hier an geht es auf kleinen, wildromantischen, gut beschilderten Pfaden zurück nach Orth an der Donau. Auf diesem Stück wird das ungezähmte Wesen der Donau-Auen so richtig sichtbar.

Nun geht es wieder nach Hause. Abends gibt es aus dem Krisenkochbuch Spargel. Natürlich gleich frisch von den Spargelbauern im Marchfeld, wo wir am Heimweg eingekauft haben.

Übrigens, wir waren circa 4 Stunden mit Fotopausen, Tierbeobachtungen sowie einer Teepause unterwegs. Der gesamte Weg war ca. 10 Km bei rund 13 Höhenmetern.

Weitere Beschreibung und Karte unter https://www.niederoesterreich.at/a-wandern-im-nationalpark-grosser-orther-rundwanderweg-1

Wie gesagt, wir haben die Tour heute etwas erweitert.

Wien, 30.04.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.