Mostbierbrunnen

Neuhofen an der Ybbs, Niederösterreich

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Vergangene Woche habe ich immer und immer wieder die gleiche Werbeeinschaltung auf den sozialen Medien gesehen. Heute ist es soweit, wir erwandern unseren ersten Mostbrunnen. Den ersten von derzeit dreizehn.

Frühmorgens parken wir beim Freibad, unterhalb der, seit über 1.000 Jahren hier stehenden, Pfarrkirche in Neuhofen an der Ybbs ein. Und dann mal los. Als Wiener Großstadtwanderer sind wir gerne ohne technischen Firlefanz unterwegs und bevorzugen gut beschilderte Wanderrouten. Nun, so soll es hier nicht sein. Schon vorab habe ich lediglich den in der Werbeschaltung verlinkten Eintrag auf bergfex gefunden. Scheint ein wahrer Geheimtipp zu sein.

So fragen wir gleich zu Beginn die nette Dame, die gerade mit dem Gießen ihres Gartens beschäftigt ist und kommen auf die richtige Route bis zum Pfadfindergarten, wo wir unsere Frühstücks- und Wanderpause einlegen.

Gestärkt geht es bergauf. Super gemacht, wir Großstadtheldenwanderer. Wir schleppen unsere Luxuskörper in der heißen Luft Höhenmeter um Höhenmeter durch verbautes Gebiet, bis es endlich in den etwas kühleren Wald geht.

Ein tierisches Paradies begleitet unseren Weg.

Nach einer Wiesenüberquerung stehen wir auf einer Landesstraße und befragen den nächsten Einheimischen, der uns rund 500 m bergauf bis zum Mostbrunnen schickt.

Ein herrliches Plätzchen, das die Landjugend 2020 hier errichtet hat. Traumhafte Ausblicke belohnen unsere Wanderung. Mein Chef kurbelt am Mostbrunnen, ähnlich wie damals am Bierbrunnen. Als bekennende Mosttrinkerin warte ich gespannt auf den Inhalt, der sich langsam an die Oberfläche schraubt.

Chef ist enttäuscht, Bier gibt es halt keines. Naja, heute bin ich halt dran.

Vorzüglich der gespritzte Birnenmost. Wir genießen den unglaublichen Fernblick bis zum Sonntagberg, den wir schon bei unserer Schneerosenwanderung gesehen haben. Die Sonne scheint auf uns, während wir uns im Gipfelbuch eintragen. Eigentlich will ich gar nicht mehr weiterwandern. Eigentlich will ich gar nicht mehr weiterwandern. Hier hätten wir unsere Pause einlegen sollen. Und danach geht es nur noch bergab.

Noch ein rascher Besuch beim Gipfelkreuz und leider müssen wir weiter, die Filialkirche St. Veit wartet auf uns.

Leider ist die St. Veit-Kirche, deren Errichtung auf das Spätmittelalter zurückgeht, geschlossen. So können wir keinen Blick auf den angeblichen Hühnerstall an der Rückseite des Hochalters werfen. Sehr schade.

Der Weg bis hierher läuft übrigens unter der Nummer 254. Weitere Wegweiser sind schon sehr in die Jahre gekommen. Wie vermutet, ist dieser Weg wohl ein Geheimtipp, denn uns begegnet auf der Runde keine Menschenseele. Genau richtig für uns Großstadtmenschen.

Wir durchqueren eine Wiese. Gräser kitzeln meine Beine. So schön, mit der Natur auf Du und Du zu sein.

Ein Stück des Weges läuft über die Hauptstraße, danach sind wir nicht, wie beschrieben einfach die Straße weiter, sondern über den Mostlehrpfad Richtung Neuhofen gewandert. Zwar sind die Schilder in die Jahre gekommen, ich finde aber die Idee sowie die Umsetzung dennoch ganz toll. Immerhin stehen hier uralte Mostbäume. Jeder könnte seine eigenen Geschichten erzählen. Wir gehen langsam, versuchen dem Säuseln in den Baumkronen zu lauschen. Noch klein sind die Früchte, die im Herbst zum Most gepresst werden.

Noch ein Stückerl entlang der Straße und ein kurzer Besuch in der Pfarrkirche Neuhofen, die bei unserem Besuch geöffnet war.

Die Treppen hinunter, ab zum Auto und Heimfahrt. Schön, entspannend und abwechslungsreich "mostig" war es.

Heute bleibt das Krisenkochbuch geschlossen. Ich mache mir es einfach. Kleine Erdäpfel kurz kochen, schälen, mit Zwiebel und Putenwürfel anbraten. Danach kommen noch Zucchini- und Melanzaniwürfel sowie Knoblauchscheiben dazu. Kurz braten. Würzen. Guten Appetit.

Strecke: lt. einziger Wanderroutenbeschreibung, die ich auf bergfex gefunden habe 7,5 Km. Wobei wir sicher mindestens 1 Km länger unterwegs waren, da wir ja den Mostlehrpfad noch gegangen sind.

Höhenmeter: rund 169 Hm

Dauer - inklusive Tierbeobachtungen, Foto-, einer Wanderpause sowie einer langen Pause beim Mostbrunnen: ca. 4 1/2 Stunden

Wien, 10.07.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.