Osterhasen-Winterwanderung

Das süße Ende vom Manhartsberg

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Bin ich froh, dass ihr jetzt unser, "mhm", "ma, ist das gut", "schmatz", "haben wir uns aber verdient", nicht live hört. Am Ende eines atemberaubenden Wandertages dürfen wir die, am frühen Morgen am Ostermarkt in Maissau, gekauften Mehlspeisen genießen.

Ja, hier gibt es, mit FFP2-Masken-Pflicht heute und noch morgen, Sonntag, 21.03.2021, einen kleinen, aber wirklich sehr feinen Ostermarkt. Und eben süße Leckereien - die es übrigens, auch jeden Samstag am Bauernmarkt gibt. Und ich darf euch, dank der Genehmigung der ausgezeichneten Bäckerin, das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

Nach dem kurzen Stopp fahren wir noch knapp 8 Km weiter bis nach Mühlbach am Manhartsberg in Höhe des Joseph Misson-Hauses. Hier starten etliche Wanderwege über den Manhartsberg, der, als Ostrand des Böhmischen Massivs, den "Grenzstein" für das Viertel ober dem Manhartsberg (Waldviertel) und das Viertel unter dem Manhartsberg (Weinviertel) bildet.

Wir wählen den sehr gut beschilderten Joseph Misson-Rundwanderweg. Zuerst folgen wir der roten, dann der gelben Markierung.

Nachdem in der Nacht der Winter nochmals in unserem Land Einzug gehalten hat, befinden wir uns in einem wahren Winter-Wonder-Land. Die Luft ist bei knapp - 2 Grad knackig frisch.

Zuerst führt der Weg noch durch Wohngebiet, weiter auf einer Forststraße durch den Wald bis zum Sigmund-Bildstock, der wahrscheinlich an den 1767 verstorbenen Franz Friedrich Thomas Engl, den Erbauer der großes Zemlinger Kirche erinnern soll.

Hier führt unser Weg durch ein unberührtes Waldstück. Wir sind die ersten, die ihre Spuren am Schnee, der unter uns wie zu Weihnachten am Weg in die Mette knirscht, hinterlassen. 

Es ist so ruhig, so frisch, so wunderbar. Eine wahre Wohltat für uns Großstädter. Nicht mal ein Vogel erlaubt sich uns für eine Weile in unseren Gedanken zu stören. Wir schalten ab. Langsam frage ich mich, ob ich einen Brief ans Christkind schreiben soll. Stehen wir wirklich kurz vor Ostern? Meine Blicke durchforsten die Gegend. Also ich weiß nicht. Irgendwie habe ich das Gefühl, wir werden bald auf Knecht Ruprecht treffen, der uns fröhlich entgegen kommt: "Drauß' vom Walde komm ich her, ich muss euch sagen..."

Ich muss meine Gedanken unterbrechen, denn über unseren Köpfen kreisen drei Greifvögel. Ein herrlicher Anblick. Die Sonne bringt den leichten Pulverschnee langsam zum Schmelzen und es hat den Anschein, als würde es von neuem schneien.

Vier Wanderer kommen uns entgegen. Ein freundliches Hallo und wir ziehen weiter. Der Weg ist sogar für Großstadtwanderer recht angenehm. Nur wenige Steigungen sind zu bewältigen. Lediglich Trittfestigkeit und wasserfeste Schuhe mit gutem Profil sind heute sehr wichtig. Unter der dünnen Schneedecke gibt es Massen an Gatsch. Und ist der Schnee losgetreten, beginnt eine fröhliche Rutschpartie. Daher sind wir auch nicht so schnell unterwegs wie geplant.

Wir kommen bei einem idyllischen Fischteich vorbei. Beobachten entlang des Weges Spechte, Rotkehlchen, Zaunkönige, Amseln, Meisen, Baumläufer, Kleiber. Lauschen Raben und Eichelhähern. Dann kreuzen plötzlich zwei Rehe unseren Weg und verschwinden im Dickicht des Waldes. Ein wahrhaft romantisches Plätzchen, so eine knappe Autostunde von Wien entfernt.

Für die Rehe war ich mit dem Fotografieren zu langsam, aber diese freundlichen Gesellen waren richtig fotogen.

Wir durchqueren die kleine Ortschaft Bösendürnbach. Die Ortskapelle läutet gerade die Mittageszeit ein. Wir ziehen noch ein Stück weiter bis zum Dirndl-Rastplatz. Hier stehen eine Bank und ein Tisch. Bei grandiosem Weitblick in die Landschaft genießen wir unseren Tee mit Mannerschnitten.

Der Weg geht weiter, der Schnee taut und wir stehen oft bis knapp zu den Knöcheln im Gatsch. Wir erreichen den sogenannten "Dirndlweg". Ich bin enttäuscht. Eigentlich dachte ich, dass die Kornelkirsche, die sich hier über den Weg wölbt, die Landschaft in ein sattes Gelb taucht. Doch die Natur schläft hier noch viel mehr, als schon vor zwei Wochen im wahren Dirndltal. Schade.

Wir durchqueren den revitalisierten Barockgarten und gelangen zum Schloss Mühlbach, das heute noch im Privatbesitz der Familie Gudenus ist und nach Corona bei Vereinbarung besichtigt werden kann.

Einen guten halben Kilometer noch entlang der Straße durch die Ortschaft und wir erreichen wieder das Joseph Misson-Haus und unser Auto. Schade, dass Corona-Zeit ist, denn ich hätte jetzt gerne noch einen Blick in das schon von außen faszinierende Gebäude geworfen, um einfach mehr über die Region und den Mundartdichter, dessen Wanderweg wir bewältigt haben, zu erfahren. Naja, kommen wir halt wieder wenn alles geöffnet ist - anmelden muss man sich aber trotzdem.

Jetzt ab nach Hause. Abends gibt es in meiner Zauberküche Lammbratwürstel mit Rösterdäpfel und Salat. Und danach eben die Leckereien vom Oster-Bauernmarkt in Maissau.

Übrigens, wir waren circa 4 Stunden mit nur einer kurzen Teepause unterwegs.

Der gesamte Weg war knapp 9 Km bei rund 209 Höhenmetern.

Weitere Beschreibung und Karte unter https://www.schmidatal.at/aktivitaet/rundwanderweg-muehlbach/ 

Wien, 20.03.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches.

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