Wird-Nett-Fadweg Nr. 15

Mönchdorf, Mühlviertel, Oberösterreich

Gleich zu Beginn beäugen uns neugierige Hühner. Ich habe das leise Gefühl, sie wünschen uns eine schöne Wanderroute, während sie sich selbst gleich chillig die Sonne auf den Rücken brennen lassen. Irgendwie kann ich sie nach dem gestrigen Regentag verstehen. Die Sonne tut heute richtig gut.

Wir folgen den gelben Schildern, lassen Mönchdorf zurück und tauchen gleich in ein herrliches Waldstück ein. Übrigens, der Weg kann auch beim Gasthaus Hinterkörner (Kronagl Schilift) begonnen werden. 

Der Herbst zeigt sich von seiner schönsten Seite und wir passieren die ersten Stationen des Wird-Nett-Fadweges. Im nächsten Waldstück begegnen wir einem Feuersalamanderkind und wenig später Papa, Mama oder einen anderen Verwandten. Vorsichtig gehen wir weiter, damit wir keinen der kleinen Kerle, die bisserl unbeholfen über das bunte Herbstlaub watscheln, zertreten und kommen zur Einsiedlerhöhle, die zur Not einer mehrköpfigen Familie Platz bietet. Wer nicht so unsportlich ist, wie wir, kann gerne die Höhle und den Schalenstein erklettern. Wir sind - nein unsportlich würde ich jetzt doch nicht sagen - eher, vorsichtig ausgedrückt, etwas Großstadtmäßig stärker und schwerfälliger gebaut und nicht gerade kletterwütig. Oder doch einfach zu unsportlich für Kletterakrobatik, so einsam im feuchten Wald.

Wie auch immer, es kommen im weiteren Wegverlauf noch Felsenhöhlen sowie der Einsiedlerstein zum Erkunden und Erklettern. Die müssen aber ebenso auf unsere nähere Bekanntschaft verzichten. Dafür sehen wir uns das Wasserrad näher an. Laut mündlicher Überlieferung stand hier eine kleine Hausmühle, zu der das Getreide meist mit Ochsengespann heruntergefahren wurde. Faszinierendes Stückerl Erde. Und hier sehen wir Feuersalamander Nummer 3.

Weiter geht es auf einer kurzen und knackigen Asphaltstrecke zum Gasthaus Kronagl. Wir haben Glück und bekommen etwas zum Essen - leider nicht mehr täglich geöffnet. Wir erfahren, dass der Skilift vor 15 Jahren noch rund 4 Monate durchgehend in Betrieb war, sich aber im letzten Winter lediglich 8 Tage ausgegangen sind. Ich beginne jetzt keine Diskussion wegen Klimaerwärmung und so weiter. Wir genießen lieber den grandiosen Fernblick über das Hügelland auf Mönchdorf und bis zur Ruine Ruttenstein, in deren Nähe wir noch wandern werden.

Wir passieren eine Hauskapelle, halten Rast im Pammeswald und erreichen durch ein idyllisches Waldstück wieder Mönchdorf.

Nun noch ein Stück durch diesen bezaubernden und gepflegten Ort, dessen meisten Häuser ein Schild über deren Vergangenheit haben, und wir haben wieder den Ausgangspunkt erreicht. Und die Hühner chillen tatsächlich...

Strecke lt. Angabe vor Ort: rund 7,3 km

Höhenmeter lt. Angabe: rund 232

Start und Ziel: Parkplatz in Mönchdorf oder beim Gasthaus Hinterkörner/Schilift Kronagl

Unsere Dauer inkl. Fotos sowie Mittagspause: knapp 4 ½ Stunden.

Wichtiges: Ideal für Großstadtwanderer.

Zusätzliche Hinweise aus unserer Sicht: Gut beschildert. Bei Bedarf Verpflegung mitnehmen, immer wieder Rastmöglichkeiten vorhanden. Achtung: Gasthaus Hinterkörner hat nicht mehr täglich geöffnet.

Unsere allgemeinen Wandertipps: Großstadtwanderer

Fotos von Fotografin Renate

Transparenz

Wien, 23.10.2022