Teuflisch gut und doch verhext

Märchen- und Sagenwanderweg, Unterweitersdorf, Mühlviertel, Oberösterreich

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"Griaß eich", fröhlich grüßt uns der leichtfüßige Wanderer, während wir unsere, nicht sehr durchtrainierten, jedoch etwas üppigen, Großstadtleibe die kleine Anhöhe gegen Himmel zerren. Mit der letzten Luftreserve grüßen wir freundlich zurück.

Tja, es ist halt so, als Großstädter hast nicht die Kondition der Leute am Land. Punkt aus. Da gibt es auch nichts zu beschönigen. Also zumindest bei uns. Aber die Neugierde siegt und somit besiegen wir auch gleich mal den ersten Anstieg zu Beginn, des seit September 2020, neu eröffneten Märchen- und Sagenwanderweges in Unterweitersdorf im schönen Mühlviertel. Und es soll die größte Ansteigung, an deren Ende aber zum Glück eine schöne Holzbank steht, bei der Runde von 5,5 km bleiben.

Mit gemischten Gefühlen lassen wir uns auf das Abenteuer im Märchen- und Sagenwald ein. Sehr gut beschildert ist die Runde. 10 Thementafeln mit spannenden, packenden und schaurig-schönen Sagen und Märchen säumen den Weg. Wir, als Genießer der Natur, als ohnehin Handygeplagte Großstädter, genießen diesen wirklich abwechslungsreichen Wanderweg besonders. Ein großes Danke unsererseits an die Ideengeber und Umsetzer de schaurig-schönen Weges: Die Tafeln können vor Ort gelesen werden und benötigen keine App um an deren Geheimnis zu kommen. Ein Weg, an welchem man einfach mal komplett abschalten, die Alltagsgedanken zu Hause lassen und neue Energie tanken kann.

Die Geschichten reichen über die Habergeiß, dem Schutzgeist, der List des Teufels, der Waldhexe bis hin zum Wolpertinger. Neben herrlicher Natur, insbesondere jetzt im Herbst, gibt es immer wieder Kleinigkeiten zu entdecken. Mit Phantasie werden die Gestalten zum Leben erweckt. Höre ich schon im Geäst das Kichern der Hexe oder ist es lediglich das Säuseln des Windes?

Da drüben, der eigen gewachsene Baum! Schau her, ist der wirklich nur eine Laune der Natur oder doch der Baum, der einmal ein Mensch gewesen? Leuchtet vom Ende des Weges das Licht des alten Hexenhauses durch den finsteren Wald? Oder ist es nur die Sonne, die sich durchs Geäst plagt? Ziehe die Luft in die Lungen. Riecht es nach Waldboden, Schwammerl und Laub? Oder mischt sich doch Schwefel- und Ziegengeruch von der Habergeiß darunter?

Bei den Schautafeln gibt es auch immer für kleine und große Kinder ein Quiz. Und wenn man ganz brav und artig ist, findet man in der Nähe des Teufelsitzes sogar einen kleinen Schatz. Uns beiden Wiener Großstädtern waren die Waldgeister und Hexen hold und wir durften uns eine kleine Erinnerung mit nach Wien nehmen.

Leider konnten wir dieses Mal in der Weiglmühle nicht auf kulinarische Spurensuche gehen, da sie zu unserer Wanderzeit noch verschlossen war. Wahrscheinlich mussten die Nachkommen von Hans noch die Mühlengeister versorgen. Aber solange es hier Speis und Trank geben wird, solange wird hier, der Sage nach, von Zauberhand produziert.

Und so ziehen wir mit den sagenhaften Erlebnissen in unseren Köpfen weiter. Und glaubt uns, es gibt noch soviel mehr zu erkunden, als wir hier festgehalten haben.

Wien, 02.11.2020

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.