Lainzer Tiergarten

Öffiwanderung, Nikolaitor-Lainzer Tor, Wien

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Wie gut geht es uns Wienern eigentlich?

Ein letztes Stückerl urtümlicher Wienerwald liegt direkt am Rande unserer Großstadt. Dann lassen wir heute mal das Auto stehen und nehmen gleich Bim und Schnellbahn und landen am Bahnhof Hütteldorf. Erster Weg in eine Bäckerei - immerhin sind wir ohne Frühstück los, jetzt sitzen wir im schönen Bahnhofsgebäude futtern und trinken. Gestärkt geht es durch den Bahnhof, über den Hackinger Steg. Noch ist es früh morgens und wir motiviert, so nehmen wir die Treppen anstatt des Lifts, schauen auf den Wienfluß und gehen entgegen der berühmten Wieneinfahrt bis zur Stampfergasse. Rechts und gleich wieder links in die Nikolausgasse. Kurz frage ich mich, ob hier der berühmte Nikolo wohnt - hätte da ein paar Wünsche zum Füllen meiner Stiefel abzugeben. Und durch das Nikolaitor geht es in den rund 2.450 Hektar großen Lainzer Tiergarten. Diesmal biegen wir rechts ab und folgen der Asphaltstrecke.

Da das Wetter sehr durchwachsen ist, sind heute relativ wenig Menschen unterwegs. Wir haben Zeit zum Fotografieren und Genießen. Herbstlich ist es schon.

Immer wieder laden Bänke zu Pausen ein, doch wir gehen weiter. Hin und wieder begegnen uns Jogger und Wanderer. Wie gesagt, heute eh recht wenig.

Wir kommen zu einem Platz, der sieht aus, als könnte hier gleich ein CÄSAR-Bus vorbeikommen. Ätsch, nein, Bus kommt keiner, auch wenn ein paar Schritte weiter eine Wanderhütte zu einer Pause verleitet. Nein, hier gehen wir nach links. Und bitte schau dir den Punkt an, denn die Wegweiser sind schon recht verwachsen - hat sich die Natur gut zurückgeholt. Ab hier geht es ein kurzes Stück knackig nach oben. Heute sehr knackig für uns.

In der Nacht war ein Gewitter, das bisserl Regen auf der seit Monaten aufgeheizten Erde lässt den Wald dampfen. Und ich schwitze ohnehin so schnell. Sauna brauche ich keine, ich habe die Natur. Und so wird das Stückerl Steigung zur Mount Everest-Besteigung. Ungefähr in der Hälfte nehmen wir dankend die Einladung eines Bankerls an und halten Pause. Ich muss ja auch meine große Wasserflasche im Rucksack leer bringen - weniger Gewicht ist weniger Anstrengung. Und die Mannerschnitten müssen auch gemampft werden.

So sitzen wir leicht erschöpft, als es plötzlich im Wald hektisch wird. Es raschelt unentwegt und ich hoffe nur inständig, dass es keines der freilebenden Wildschweine wird. Möchte meine Mannerschnitten nicht teilen. Wir versuchen im finsteren Wald etwas auszunehmen.

Und schon einen Bruchteil von Minuten später stürmen Mufflons über den Weg. Ein sonderbares Schauspiel, das nach Zeitangabe auf der Kamera sage und schreibe 17 Sekunden andauerte. Unglaublich nah. Unglaublich beeindruckend. Hätten wir keine Pause gemacht, wären wir nicht mitten drinnen. Rund 700 Mufflons leben im Areal, und gemäß unserer Schätzung haben wir rund 50, zumindest für ein paar Sekunden, gesehen. War das herrlich!

Gestärkt treten wir die letzte Steigung an und erreichen das Rohrhaus, wo wir Mittagspause halten.

Danach geht es nur noch bergab, vorbei an der Hermesvilla, über einen Waldlehrpfad bis zum Lainzer Tor. Und nun erreichen wir auch den Monatsmarkt (Öffnungszeiten im Internet), der unser heutiges Ziel war. Nun noch ein Stück zum Lainzer Tor und gleich davor steht der Linienbus, der uns ein Stück begleiten wird. Danach noch zwei Straßenbahnlinien und wir sind in rund 1 ½ Stunden zu Hause.

Strecke lt. Angabe vor Ort: rund 7,1 Km. Wobei bei uns noch der knappe Kilometer für den Fußmarsch Bahnhof Hütteldorf - Nikolaitor dazukommt

Höhenmeter lt. Angabe vor Ort: rund 250 Hm

Start und Ziel: Start war Bahnhof Hütteldorf, Ende war Lainzer Tor beim Linienbus

Unsere Dauer inkl. Fotos, einer kurzen Verschnaufpause, einer Mittagspause und Besuch des Monatsmarktes: 3 ½ Stunden

Unsere Wandertipps: Großstadtwanderer, es gibt noch mehr Wandermöglichkeiten im Lainzer Tiergarten.

Zusätzliche Hinweise aus unserer Sicht: Am Tag unserer Wanderung gut beschildert. Bei Bedarf Verpflegung mitnehmen, viele Rastmöglichkeiten gefunden. Einkehrschwung im Rohrhaus möglich - Öffnungszeiten beachten. Oder auch in der Hermesvilla - kleiner Abstecher vom Hauptweg.

Wien, 28.08.2022

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.