Johannesbachklamm

Würflach, Niederösterreich

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Die Johannesbachklamm in Würflach. Alljährlicher Anziehungspunkt seit Jahren. Romantisch, liebevoll, naturverbunden und mit einem spektakulären Feuerwerk präsentiert sich der Adventmarkt an einem Dezemberwochenende. Auch unsere Busse und sogar Sonderzüge sind jedes Mal vor Ort.

Eigentlich habe ich mich nie gefragt, was nach dem Ende des Marktes in Höhe des Gasthauses kommt. Stumm habe ich das Ende zur Kenntnis genommen, umgedreht und mich dem Flair nochmals hingegeben und durch Menschenmengen gewälzt.

Heute stehe ich wie ein Neuling dort, wo ich normalerweise in der Schlange von Damen auf den Einlass ins stille Örtchen warte. Irgendwie fühle ich mich klein zwischen den hohen Felsen. Fast verloren. Die offene Holzhütte, wo neugierige Blicke dem Holzkünstler bei der Arbeit zu schauen, liegt verlassen. Die große Hütte der F.F. Würflach ist mit Spinnweben überzogen. Kein Punsch. Keine heißen Würstel. Kein Schmalzbrot. Keine Kekserl.

Wir ziehen weiter. Wo der kleine Handwerksstand steht, bei dem ich fast jedes Mal etwas erstehe, parken Autos. Wo sich Menschenmassen drängen, um das grandiose Feuerwerk zu sehen, steht ein kleiner Hund und wartet auf seine Besitzer. Auch der Marmeladeverkäufer ist nicht da, geschweige der Stand mit der heißen Blunzen und den frischen Grammeln. Einsam steht die große Kerze am Wegesrand. Und schwupps sind wir schon am Ende. Heute gibt es im Gasthaus genügend Platz und wir kehren auf ein Getränk ein.

Nach der Pause geht es erstmals nach Jahren weiter. Fasziniert stellen wir fest, die eigentliche Johannesbachklamm beginnt am Ende des Adventmarktes. Sanft bahnt sich das Wasser über kleine Wasserfälle den Weg bergab. Der Weg ist angenehm. Die Luft frisch und kühl. Mein Fotografenherz schlägt höher.

Bald geht es über gut gesicherte Brücken und Stufen weiter. Hoch wird es nicht wirklich. Alles überschaubar und gemütlich. Rund 1 km geht es durch die Klamm und am Ende erwartet dem Wanderer eine Schutzhütte, die zur Stärkung einlädt.

Die Qual der Wahl

Danach gibt es mehrere Möglichkeit, entweder die Umkehr oder die Fortsetzung des Weges. Eine große Schautafel gibt Überblick über die Möglichkeiten samt Längen- und Höhenangaben.

Wir entscheiden uns für den Wanderweg WÜ4, auch "Zur Schubertlinde" genannt. Gesamt 5 km mit rund 140 Höhenmetern. Der Weg ist Walduntergrund bergauf und steinig bergab. Er führt nach Würflach, dann zum Gemeindeamt und wieder zurück zum Ausgangspunkt, wo unser Auto steht. Der Weg ist übrigens sehr gut ausgeschildert.

Gutes Schuhwerk und etwas Trittsicherheit, vor allem bergab, empfehlenswert.

Der Anstieg ist relativ sanft, also auch gut für uns nicht so geübten Großstädter. Uns kommen Familien mit Kindern, Pärchen mit Hunden und kleine Gruppen entgegen bzw. überholen uns.

Eine wirklich schöne Wanderung durch den beginnenden Herbstwald mit toller Fernsicht bis zur Hohen Wand. Mich fasziniert, wie schon am Harzberg, der Föhrenwald. Die gleichmäßig gewachsenen Bäume sind so schön anzusehen. Obwohl diesmal finden wir einen Ausreißer.

Entlang des Weges gibt es einige Schautafeln, die über Geschichte, Fauna und Flora sowie die Pecherei berichten. Leider sind die Tafeln schon sehr in die Jahre gekommen und durch Wind und Wetter teilweise schwer lesbar.

Das Berimoasterkreuz

Das Kreuz lädt nicht nur den Wanderer zum kurzen Innehalten an, es erinnert auch an die Zeit, wo der heute dichte Wald noch Weingarten war. Sein Namen leitet sich von "Bergmeister" ab, der von der Grundherrschaft beauftragt ist, für die Einhaltung der Wein- und Bergrechte zu sorgen.

Weiter geht es bergab, vorbei am Gemeindeamt und wieder Richtung Eingang Johannesbachklamm. Ehe wir zum Auto gehen, machen wir noch mal die Adventmarktstrecke bis zum Gasthaus. Ein gutes Mittagessen haben wir uns jetzt verdient - und wurden nicht enttäuscht. Es war ein echt schöner Ausflugstag.

Unser persönliches Fazit: eine gemütliche Wanderung mit grandiosen Ausblicken in die Landschaft. Bitte unbedingt die Öffnungszeiten der Gastronomie vorab abklären.

Wien, 19.09.2020

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.