Stadtmauer und Urwald

Horn, Waldviertel, Niederösterreich

Es ist frühmorgens, Sonntag und der erste wirklich drückendheiße Tag wird in Österreich erwartet. Noch gehört uns die Straße fast gänzlich alleine und auch am großen Parkplatz habe ich unendlich viel Auswahl.

Schon bald haben wir die Übersichtstafel der >>tut gut<< Wanderwege, die etwas versteckt ist, gefunden. Der Weg führt über eine Brücke und linker Hand steht das Illner-Denkmal und die Tafel. Wir haben uns schon vorab in Wien für die Route 3, die einzige Route in die andere Richtung, entschieden.

Anfangs geht es zwischen Landesklinikum und Sportplatz sowie Neubauten unspektakulär los. Nach Übersetzung der Durchzugsstraße liegt linker Hand das Museum Horn, welches eine der größten urgeschichtlichen Sammlungen Österreichs beherbergt.

Schon bald kehren wir der Innenstadt den Rücken, passieren die Kläranlage und kommen, zum wohl schönsten Teil der gesamten Runde. Entlang der Taffa, einem Nebenfluss des Kamps führt der Wanderweg. Der Name Taffa kommt aus dem Slawischen und bedeutet Schluchtbach. Sie mündet in Rosenburg in den Kamp. Es gibt auch einen schönen Wanderweg bis Rosenburg mit gleichnamigen Schloss.

Leise plätschert das Wasser, laut ist das Stimmengewirr unterschiedlicher Singvögel. Es herrscht regelrecht Aufregung im (Ur-)Wald. Unzählige Insekten säumen unseren Weg.

Der Weg ist angenehm und abwechslungsreich zu gleich. Einmal geht es unter natürlichen Torbogen hindurch, dann ähnelt er einem Steig um wiederum unter einem riesigen Hollerbusch zu verschwinden.

Obwohl es noch früher Vormittag ist, spüren wir immer mehr den heißen Tag ankommen. Spektakuläre Felsenwände, ein Kletterfelsen und traumhafte Ausblicke lassen uns weitergehen.

Wir kommen unter der Bundesstraße 2 hindurch, passieren ein Gestüt und verlassen den schützenden Wald.

Der Weg führt zwischen Felder, von denen unaufhaltsam die Hitze herüberschlägt, hindurch. Abermals geht es unter der Bundesstraße hindurch, vorbei an einer militärischen Einrichtung und wieder nach Horn.

Durch verbautes Gebiet, dessen Häuser etwas Schatten spenden, schlängelt sich die Route bis zum ersten atemberaubenden Ausblick auf die liebliche Innenstadt der Stadtmauernstadt Horn.

Kurz führt die Route durch die gut erhaltene Innenstadt. Wir passieren ein anscheinend altes Stadttor beim Rondell und sind wieder von den unglaublich dicken und gut erhaltenen Steinmauern ausgesperrt.

Noch etwas von der "Vorstadt" genießen, ehe der Weg in Höhe des Museums wieder auf den ersten Teil trifft und wir zum Parkplatz zurückkehren.

Abends gibt es aus dem Krisenkochbuch Wurstsalat.

Übrigens, wir waren circa 3 1/4 Stunden mit Fotopausen, Tierbeobachtungen und einer Wanderpause unterwegs. Es waren rund 10.900 Schritte auf 7.6 km Länge und bei rund 94 Höhenmetern.

Weitere Beschreibung unter https://www.noetutgut.at/gemeinde/tut-gut-wanderweg/

Unsere allgemeinen Wandertipps: Großstadtwanderer

Fotos von Fotografin Renate

Transparenz

Wien, 20.06.2021