Von Greifenstein zur Lourdesgrotte

Öffitour vor den Grenzen unserer Großstadt

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Die Woche war mehr wie anstrengend und aufreibend, dementsprechend bin ich - typisch Frau halt - schon seit Tagen genervt und grantig. Mein Chef möchte mich aufheitern und schlägt vor, am Samstag eine Öffiwanderung zu unternehmen, damit ich nicht Autofahren muss. Doch diese Idee stößt mir nur sauer auf, bis... Ja, bis mein Chef meint, dann könnten wir doch den Tag mit einem Sektfrühstück beginnen. Schon hat er gewonnen und meine Laune krabbelt auf der Launeskala eine Stufe nach oben.

Wobei gleich zu Beginn der Wanderung bereue ich die zwei Gläschen Sekt, denn es geht, für uns Großstadtwanderer, viel zu steil nach oben. Die Sonne, die endlich scheint, lässt mich in meiner Fleecejacke schwitzen. Irgendwie habe ich das Gefühl bereits den Alkohol verschwitzt zu haben, bei einer Verkehrskontrolle wäre ich jetzt sicher schon nüchtern.

Der steile Anstieg steigert meine Laune überhaupt nicht, im Gegenteil ich fluche. Aber nur, wenn ich Luft bekomme. Wir passieren, die in Privatbesitz und derzeit in Renovierung befindliche Burg Greifenstein. Ein überaus prachtvolles Bauwerk, einst wichtiges Glied im Verteidigungssystem der Donaulinie. Durch ihren freien Blick beherrschte die Festung einen Großteil des Tullner Feldes und konnte die Straße an der Donau kontrollieren und sichern.

Gefühlt 100de Male bleibe ich stehen. Der Weg über den alten Steinweg ist nicht gerade einfach. Zum Glück ist es seit Tagen trocken, denn bei Nässe schätze ich mal, wäre es eine absolute Rutschpartie. Zumindest für uns. Uns kommen zwei Wanderer bergab entgegen, wünschen einen schönen guten Morgen sowie Tag.

Ich weiß nicht, ob sie unser nach luftringendes "mpfm, thgn," oder was auch immer verstanden haben. Wir lächeln sie an und nicken. Zum Glück gibt es hier keine Maskenpflicht.

Doch schon bald bessert sich meine Laune und ich zische los. Die Steigung liegt hinter uns, ich habe wieder Luft. Es ist so schön hier. Der Wald ein wahres Juwel. Die Vögel singen fröhliche Lieder und Chef hält mich bei Laune. Sein Plan geht auf. Ich spüre wie die Alltagslasten mit jedem Schritt mehr abfallen und den Hang hinunterpurzeln. Ich habe wieder mein Lachen und wir erreichen Hadersfeld. Beim Feuerwehrhaus gibt es eine einladende Bank und Chef zaubert zwei Bierdosen aus seiner Jacke. Er bemüht sich wirklich meine Laune aufzubauen. Ein Blick auf die Uhr verrät, dass wir lediglich 10 Minuten länger brauchten, als die Zeit auf der Wandertafel gesagt hat.

Nach der Pause geht es weiter zur Tempelbergwarte. Ist zwar ein kleiner, aber sehr lohnender Umweg. Wir folgen der gelben Markierung - Achtung, dieser Zugang ist nur für Wanderer, die schwindelfrei und trittsicher sind. Ein wenig abenteuerlich.

Schon in frühester Zeit war der Geländesporn, auf welchem die Gemeinde Altenberg 1908 die Kaiser Franz Josef Jubiläumswarte errichten ließ, ein idealer Platz für einen Beobachtungsposten. Nach dem 2. Weltkrieg war die Warte baufällig. Wir können dem Österreichischen Touristenklub, Sektion Klosterneuburg, danken, dass die Warte erhalten blieb. Obwohl es heute nicht 100 % klar ist, reicht der Blick bis ins Weinviertel, über das Tullnerfeld und weit, weit entfernt bis zum Ötscher. Mein Blick fällt auf die Burg Greifenstein, kaum zu glauben, wie hoch wir über ihr stehen.

Der Wanderweg ist bestens beschildert, genau wie wir es gerne haben. Die Beschreibung https://www.wienerwald.info/a-von-greifenstein-zur-lourdesgrotte#mapFrame passt perfekt und man kann jeglichen technischen Firlefanz abschalten, sich auf die Natur konzentrieren und die Zeit vergessen.

Nachdem wir nun auch keine weiteren aufregenden Steigungen zu bewältigen haben und unsere Wanderung gemütlich und entspannend abläuft, muss ich ehrlich zugeben, dass mein Chef heute eine super Idee hatte. Ich merke wie mein Lachen zurückkommt und der Stress vergessen ist. Es ist so herrlich entspannend.

Bald erreichen wir die Lourdesgrotte, wo wir unsere Pause, diesmal als Ende der Wanderung, einlegen. Wie immer, Knabbernossi, Salzstangerl, Mannerschnitten und Tee. Und heute zusätzlich noch ein tiefer Schluck aus dem Flachmann. Langsam genieße ich den Vorteil öffentlich unterwegs zu sein.

Nach der Pause, hier gibt es übrigens auch ein (noch) geöffnetes WC, besuchen wir die 1925 erbaute Lourdesgrotte Gugging. Eine Fügung führte den damaligen Theologiestudenten und späteren Pfarrer Kaspar Hutter an diesen Felsen, der ihn an jenen von Lourdes erinnerte und er ließ diesen Wallfahrtsort errichten.

Chef zündet noch Kerzen für unsere Verstorbenen an, während ich Menschen beobachte, die sich Heilwasser aus der Quelle abfüllen.

Nun haben wir nur noch ein kleines Stück und erreichen den Linienbus 400, der uns gut gelaunt zurück nach Wien bringt. Heute Abend gibt es aus der Krisenküche Wiener Schnitzel.

Und jetzt lobe ich meinen Chef für die tolle Idee, lagere meine Füße hoch, sprühe sie nach langer Zeit wieder mal mit dem Sport Spray von STYX ein und warte auf süße Träume.

Übrigens, wir waren circa 4 Stunden mit zwei kurzen Tee- und vielen Fotopausen unterwegs. Dazu kommen noch ca. 2 ½ Stunden für die öffentliche An- und Abreise.

Der gesamte Weg war ca. 7,8 Km bei rund 250 Höhenmetern.

Weitere Beschreibung und Karte unter https://www.wienerwald.info/a-von-greifenstein-zur-lourdesgrotte#mapFrame 

Weitere Wanderideen und Ausflugsziele gibt es hier.

Wien, 10.04.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

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