Die bewegte Geschichte des Pankraz

Breitenwaida bei Hollabrunn, Niederösterreich

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Es ist Sonntagmorgen. Nach unserer gestrigen Monstertour zum Wohle der Bienen suche ich gerade alle meine Knochen zusammen. Der Weg ist schon schwer genug vom Bett zur Kaffeemaschine. Nochdazu ist Zeitumstellung, d.h. uns fehlt eine Stunde in der Zeitrechnung. Ich gähne, als ich hinter mir ein fröhliches, "und wo gehen wir heute hin?", höre. Bitte, wo nimmt mein Chef diese Energie her?

Kurze Zeit später parke ich mich am Parkplatz gegenüber des Minibahnhofes in Breitenwaida bei Hollabrunn ein. Unser heutiges Ziel sind die >>tut gut<< Wanderwege. Eine sehr intelligente Lösung, bewegen sich die Routen von 4,3 - 16,1 km. Wir, also eigentlich Chef, hat sich für Route 2 mit 10,3 km entschieden. Ich folge brav.

Zuerst führt der Weg unspektakulär durch verbautes Gebiet, zweigt dann in die liebevolle Kellergasse mit ihren unzähligen Geheimnissen ab.

Weiter geht es durch, derzeit noch brach liegende Felder, hinauf zum Pankrazberg, auf atemberaubende 301 Höhenmeter. Die Sicht wird immer gigantischer. Noch ist das Wetter besser als im Wetterbericht.

Der Pankrazberg, ein von Menschenhand künstlich geschaffener Hügel, hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Er beherrscht die Verbindungsstrecke zwischen dem Göllersbach- und dem Schmidatal. Einst Ruhestätte eines Fürsten, dann Sitz eines lebendigen Adeligen, dann wieder befestigter Herrensitz und schließlich Kapellenhügel. Die gesamte Geschichte kann vor Ort nachgelesen werden.

Übrigens, Pankratius ist ein Eisheiliger und Ritterpatron. Sein Gedenktag ist der 12. Mai. Bauernregeln zu "Pankrazi": "Wenn`s an Pankratius gefriert, so wird im Garten viel ruiniert." "Ist Sankt Pankratius schön, wird guten Wein man sehn." (Quelle die Tafel vor Ort)

Der Weg führt weiter, viele schöne Frühlingsblüher erfreuen unser Gemüt. Sogar die seltenen weißen Leberblümchen sehen wir.

Sodann geht es entlang einem Wäldchen bis zum Ötscherblick. Ok, den sehe ich gar nicht, dafür steht hier eine einladende Bank. Ich lasse mich fallen, ziehe die dicke Winterjacke aus und genieße die Sonne, während Chef Tee einschenkt und die Mannerschnitten auspackt. Nach einigen Minuten frage ich Chef, ob ich schon braun im Gesicht bin. Sein Lachen klingt über die kahlen Weinberge hinweg.

Männer halten zusammen. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass kurz nach meiner Frage, der Himmel zuzieht, dicke Wolken und eisiger Wind aufkommen. Danke, lieber Wettergott, schon gut, irgendwann werde ich heuer noch braun.

Ich murmle mich wieder in die Jacke ein, wir ziehen weiter und erreichen den Waldlehrpfad im Raintal. Zwar sehr in die Jahre gekommen, aber unglaublich leer- und aufschlussreich. Eine Verjüngungskur würde ihm nicht schaden.

So ruhig hier im Wald. Nur der Specht klopft. Meisen und Rotschwänzchen, sowie Amseln singen ihr Lied. Irgendwo ruft ein Greifvogel. Und dann quaken die Frösche im kleinen Biotop. Die dürften gerade mit der Fortpflanzung beschäftigt sein. In diesem kleinen Biotop ist die Hölle los. Wir warten urlange, bis wir endlich so ein halbwegs passendes Foto schießen.

Nach dem Lehrpfad führt der Weg einen Teil des schon bekannten Weges entlang und geht dann weiter nur noch gemütlich bergab. Nachdem das Wetter immer mehr zuzieht, unsere Füße immer mehr schmerzen und wir langsam den Punkt: "I wü nimma!" erreichen, verlassen wir Route 2 und nehmen den Rest der kurzen Route 1 zurück zum Parkplatz. Wie gesagt, >>tut gut<< Wanderwege sind immer, nicht nur bestens beschildert, sondern auch praktisch angelegt.

Wir sehen noch Rehe, die über die leeren Felder jagen, ehe wir in einer weiteren Kellergasse angelangt sind und noch eine kurze Pause einlegen.

Dann geht es zurück zum Auto. Kleiner Tipp: am Ende der Kellergasse, direkt beim Route 1-Schild gibt es super Bauernerdäpfel - wir haben uns gerade Erdäpfel mit Butter gegönnt. Ein herrlicher Zwischendurchsnack.

Und jetzt geht es nach Hause. Abends gibt es die letzten Leckereien aus dem Hofladen von gestern.

Übrigens, wir waren circa 3 3/4 Stunden mit nur zwei kurzen Teepausen unterwegs.

Der gesamte Weg war ca. 8 Km bei rund 194 Höhenmetern.

Weitere Beschreibung und Karte unter https://wanderwege.noetutgut.at/

Wien, 28.03.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.