Sturm, Sonne und Klopapier

Entlang des Schilflehrpfades bis hinaus zum See

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Es ist Samstag. Draußen tobt ein Sturm und rüttelt an unserem Schlafzimmerfenster, dass ich munter werde. Super, mein Chef hat frei und das Wetter spielt entgegen der Vorhersagen komplett verrückt.

Noch vor dem Frühstück beratschlagen wir, durchforsten Wetterberichte und Wanderrouten. Verdammt, es schaut nicht wirklich gut aus. Aber raus müssen wir dennoch, da wir etwas erledigen sollten.

Nach getaner Arbeit verschlägt es uns nach Purbach an den Neusiedlersee (rund 60 km von Wien) und parken unser Auto vor dem Haus am Kellerplatz. Das Haus ist gleichzeitig Stadtmarketing, Tourismuszentrale und Vinothek und hat zu unserer großen Freude sogar in der jetzigen Corona-Zeit offen. Na, dann mal rein. Verkostung gibt es keine, also suchen wir uns je einen Weiß- und einen Rotwein, zahlen und stellen uns 50 m weiter einfach in die geschlossene Kellergasse. Wie zwei Schwerverbrecher genehmigen wir uns einen Schluck aus den Flaschen. Immerhin müssen wir doch wissen, ob wir einen Karton mit nach Wien nehmen sollen.

Private Weinverkostung beendet

Dann ab auf den Schilfweg entlang des Purbacher Seeweges. Wir haben genau diesen Weg für heute ins Auge gefasst, da er eben ist. Weiters führt er durch keinen Wald, was nach den letzten Regenstunden nach wenig bis kaum Gatschstellen aussieht und weil er lehrreich ist. Entlang des Purbacher Kanals geben acht Stationen einen Überblick über die Entstehung des Neusiedler Sees, die Tier- und Pflanzenwelt des Schilfgürtels und die Schilfwirtschaft. Dazu ergänzen Mythen und Märchen zum Thema den Lehrpfad. Und kurz vor dem See gibt es eine Aussichtswarte.

Das Corona-Gold

Doch zuvor führt der Weg durch das historische Zentrum, vorbei an wunderschönen Häusern. Das Gut Purbach bietet "Essen to go" an, denn die Gastronomie ist aufgrund der Corona-Zeit noch geschlossen. Wir nehmen uns für Montag ein Stück Mangalitza-Schweinsbraten mit. Für Mutti und ihre Freundin als Sonntagsleckerei ein feines Salonbeuschel im Glas. Witzig finde ich, dass es bei Einkauf derzeit ein Stück Corona-Gold dazu gibt.

Der Schilfweg

Der Wind weht recht heftig, hin und wieder mischen sich kurze Windböen darunter. Ich genieße die grandiosen Wolkenstimmungen und meine Kamera läuft auf Hochtouren. Der Weg ist, bis auf ein paar gatschige Stellen, gut zu gehen. Die Taferl sind noch alle in bestem Zustand und sehr interessant gestaltet.

Vom Aussichtsturm bietet sich ein unglaublicher Fernblick. Auf der einen Seite zurück bis Purbach, auf der anderen Seite bis Neusiedl. Durch unseren kleinen Feldstecher können wir sogar den Leuchtturm sowie die Windmühle von Podersdorf erkennen. Wir winken unserem Freund Stefan Knoll zu. Ein wahrer Traum.

Ein kurzes Stück weiter sind wir am Neusiedler See angelangt. Nachdem kaum Wanderer oder Radfahrer unterwegs sind, gehört die entspannende Holzbank uns. Eine kleine Pause mit Tee, Mannerschnitten, Knabbernossi und frischen Salzstangerln, die wir noch in der kleinen Bäckerei im Herzen von Purbach gekauft haben. Wir genießen die Luft und träumen uns ganz weit weg - bis ans Meer. Obwohl am Meer der Wiener sind wir ja.

Der Rückweg ist die gleiche Strecke. Der Wind hat sich in einen wirklich starken Sturm geändert, das Gehen macht keinen Spaß. Die Sonne hat sich hinter dicke Wolken versteckt und lugt nur noch durch ein kleines Fenster hervor. Zum Glück halten unsere Jacken den Wind ab, somit wird es uns wenigstens nicht zu kalt. Wobei die Temperatur ist schon gefallen, sowie der Wetterbericht es vorhergesagt hat. Den einen oder anderen Tropfen verspüre ich schon. Am liebsten hätte ich mich jetzt zu unserem Auto gebeamt. Wenn wir jetzt den K.I.T.T. hätten, dann wäre es auch einfacher.

Timing ist alles

Hilft nichts, den restlichen Weg schaffen wir auch noch. Autotür zu. Regen an. Perfektes Ende!

Ab nachhause, heute gibt es mal nichts aus dem Krisenkochbuch, heute gibt es vom letzten Bauernmarkt hausgemachte Kärntner Kasnudeln mit knackig frischen Salat. Danach Krapfen aus der kleinen Bäckerei...

Übrigens, wir waren rund 3 1/4 Stunden inkl. Foto- und Teepausen, Taferl lesen und genießen unterwegs.

Der Weg ist laut Internet in etwa 10Km mit rund 25 Höhenmetern. Weitere Beschreibung unter www.leithabergwandern.at.

Wien, 30.01.2021

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

Achso, wenn du Rechtschreibfehler findest, dann kannst du es mir gerne sagen oder dir behalten. Ich mache mir dann einfach wieder welche.