Zwischen Regen, Riesentöpfen und Kaffeehäferln
Unser Weg zum Mumlava-Wasserfall im Riesengebirge
Harrachov, Riesengebirge, Tschechische Republik
"Na super."
Der Blick aus dem Autofenster verheißt nichts Gutes. Über Harrachov hängen graue Wolken und es regnet leicht. Trotzdem steigen wir am Zentralparkplatz aus. Warm ist es ja. Also Regenjacke an, Kamera geschnappt und los

Manchmal muss man sich einfach nicht vom Wetter einschüchtern lassen.
Schon nach wenigen Metern kommen wir am Bergwerksmuseum vorbei. Ausgerechnet heute hat es geschlossen. Schade. Dabei hätte es gut zum Spaziergang gepasst. Schließlich war Harrachov nicht immer nur Wintersport und Skispringen. Über viele Jahre wurde hier unter Tage nach Erzen gesucht.
Der Weg zum Mumlava-Wasserfall ist schnell gefunden. Eigentlich kann man sich gar nicht verlaufen. Gemütlich geht es immer entlang der Mumlava durch den Wald.
Erst kurz vor dem Ziel hören wir das Wasser. Zuerst ganz leise, dann wird das Rauschen immer deutlicher. Direkt vor dem Wasserfall führt eine kleine Brücke über die Mumlava. Und da stehen wir nun. Spektakuläre 8-10 Meter stürzt die Mumlava hinab. Nun gut, wir kennen die Krimmler Wasserfälle. Aber süß ist er allemal.

Nach der Brücke biegen wir nach rechts, ein paar Stufen hoch zur Straße und wir sehen plötzlich die berühmten Riesentöpfe. Kaum zu glauben, dass Wasser, Sand und kleine Steine so etwas schaffen. Über Jahrtausende haben sie den Granit Stück für Stück ausgeschliffen. Die größten Riesentöpfe sind fast drei Meter tief.
Früher konnte sich das niemand erklären. Also entstanden Sagen. Manche glaubten, hier hätte der Teufel seine Augen oder seinen Kopf im Felsen hinterlassen. Andere erzählten von seinen Kesseln. Wenn man vor diesen perfekt runden Vertiefungen steht, versteht man sofort, warum die Fantasie der Menschen so angeregt wurde.

Nun geht es wieder ein paar Schritte zurück zur Mumlavská bouda und schon von Weitem fallen die vielen Kaffeehäferl auf, die an der Fassade hängen und sich sogar im Inneren ausbreiten. Mehr als 1.400 sollen es sein. Gezählt haben wir sie nicht.
Drinnen ist es gemütlich. Wir bestellen Limonade und futtern Lebkuchen, werden freundlich auf Deutsch begrüßt und genießen die kleine Pause. Genau so stellt man sich eine Baude nach einer Wanderung vor.
Als wir später wieder über die Brücke zurückgehen, wundern wir uns nicht schlecht. Jetzt kommen uns laufend Wanderer entgegen. Obwohl es Montag ist und regnet, hatten viele Menschen die gleiche Idee wie wir.
Unser Fazit
Vom Zentralparkplatz in Harrachov bis zum Mumlava-Wasserfall sind es etwa 1,5 Kilometer. Der Weg ist gemütlich und weist kaum Steigungen auf.
Ein kleiner Hinweis: Für Kinderwagen und Rollstühle ist die Strecke nicht geeignet. Es handelt sich um einen Naturweg mit unebenen Stellen.
Wer mehr daraus machen möchte, kann die Tour verlängern. Vom Bahnhof Harrachov führt der Weg zunächst durch den Wald Richtung Zentrum. Danach geht es entlang der Hauptstraße bis zum Ende beziehungsweise zum Busbahnhof. Rechts liegt die ehemalige Sprungschanze, links der Zentralparkplatz. Ab hier ist der Weg zum Wasserfall ausgeschildert – sogar auf Deutsch. Diese Variante ist etwa 6 Kilometer pro Strecke lang.
Zurück zum Bahnhof geht es entweder wieder zu Fuß oder bequem mit dem Linienbus für wenige Euro.
Unsere Hinweise und Entfernungsangaben beziehen sich auf unseren Besuch am Montag, 27.07.2026. Bei Wanderungen und Ausflugszielen kann sich natürlich immer etwas ändern – wir erzählen hier einfach von unseren eigenen Erfahrungen.
Offizielle Informationen zum Mumlava-Wasserfall:
https://www.krkonose.eu/de/mumlavsky-vodopad
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