Waldbahnzauber im Bükkgebirge
Miskolc – Garadna – Fazola - Lillafüred
Ungarn
Das Bükkgebirge im Nordosten Ungarns gehört zu den eindrucksvollsten Mittelgebirgen des Landes und ist heute ein wichtiger Natur- und Erholungsraum. Es ist Teil des Bükk-Nationalparks, der große Waldflächen, Karstlandschaften, Höhlen und Schluchten schützt. Dichte Buchenwälder prägen das Gebiet, nach denen das Gebirge auch benannt ist. Viele dieser Wälder sind nahezu unberührt und bieten Lebensraum für eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt.

Die Fahrt selbst ist ein Erlebnis. Langsam rattert der Zug durch das Tal, vorbei an Bächen und durch kurze Tunnel.
Die Tunnel bei Lillafüred gehören zu den markantesten Abschnitten der Waldbahn im Bükkgebirge. Entlang der Strecke zwischen Miskolc und Lillafüred fährt der Zug durch zwei kurze Tunnel, die Anfang der 1920er Jahre beim Bau der Linie entstanden sind. Sie wurden notwendig, weil die Bahn hier ein enges, felsiges Tal durchquert und sonst größere Umwege hätte nehmen müssen.
Heute sorgen die Tunnel für ein besonderes Erlebnis: Die Bahn fährt in die Dunkelheit ein, es wird kurz still und kühl, und nach wenigen Sekunden öffnet sich wieder die helle Waldlandschaft des Bükk.
Besonders schön ist die Strecke entlang der bewaldeten Hänge, auf der wir immer wieder Ausblicke in die Natur genießen können. Nach einiger Zeit erreichen wir die Endstation Garadna, tief im Grünen gelegen. Dort legen wir eine gemütliche Pause im Bistro ein, stärken uns mit einer Kleinigkeit und genießen die ruhige Atmosphäre mitten in der Natur. Garadna ist ein beliebter Ausgangspunkt für Wanderungen und bekannt für seine Nähe zu Fischzucht und Ausflugszielen.
Nach der Pause fahren wir zwei Stationen zurück bis zum Halt am Hochofen, dem sogenannten Fazola-Hochofen. Dort steigen wir aus, um uns dieses besondere Industriedenkmal anzusehen. Der Hochofen geht auf das 18. Jahrhundert zurück und wurde von Henrik Fazola errichtet, der hier die Eisenverarbeitung in der Region aufbaute. Der ursprüngliche Ofen wurde mehrfach erweitert, später stillgelegt und schließlich restauriert. Heute zählt er zu den bedeutendsten Industrie-Denkmälern Ungarns und erinnert daran, wie wichtig Eisenverarbeitung und Bergbau einst für die Region waren. Zwischen alten Mauern und historischen Überresten versuchen wir uns vorzustellen, wie es hier früher ausgesehen haben muss: lodernde Feuer, schwere Arbeit und geschäftiges Treiben mitten im Wald. Besonders faszinierend finden wir, wie eng Natur und Industriegeschichte an diesem Ort miteinander verbunden sind. Obwohl der Hochofen heute stillsteht, wirkt er noch immer beeindruckend und erzählt viel über die Vergangenheit der Region.
Anschließend setzen wir unsere Fahrt nach Lillafüred fort. Schon bei der Einfahrt zeigt sich, warum dieser Ort so beliebt ist: Wälder, Felsen und der malerische Hámori-See bilden eine fast märchenhafte Kulisse. Lillafüred entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Kur- und Erholungsort und entwickelte sich rasch zu einem beliebten Ausflugsziel. Besonders bekannt sind das Palasthotel, die hängenden Gärten und die Tropfsteinhöhlen in der Umgebung. Die Waldbahn spielt dabei eine wichtige Rolle, denn sie macht den Ort für Besucher aus Miskolc leicht erreichbar.
Nach unserem Aufenthalt in Lillafüred steigen wir schließlich wieder in die Waldbahn und treten gemütlich die Rückfahrt nach Miskolc an.
Morgen führt unser Weg zur Matrabahn, die auf zwei unterschiedlichen Strecken befahren wird. Kommt mit auf die geschichtsträchtige Reise.
Anhang – praktische Informationen zur Waldbahn (Lillafüred / Bükkgebirge)
An den Bahnhöfen sowie in den Zügen werden Hinweise teilweise auf Ungarisch, Deutsch und Englisch gegeben. Auch einige Fahrpläne und Infotafeln sind mehrsprachig gestaltet, sodass man sich gut orientieren kann, selbst wenn man kein Ungarisch spricht. Wenn man bei den Zwischenstationen, wie beim Hochofen, aussteigen möchte, muss man dem Personal kurz Bescheid geben, das funktioniert auch mit "Händen und Füßen", da man hier weder mit Deutsch noch Englisch weiterkommt. Hat dennoch gut geklappt.
Der Ausgangspunkt der Fahrt ist der Bahnhof der Waldbahn in Miskolc. Dort gibt es auch Parkmöglichkeiten, die jedoch erst kurz davor klar ausgeschildert sind. Mit folgender Adresseingabe sind wir auch als Ausländer gut angekommen.
Adresse
des Ausgangspunkts (Waldbahn Miskolc):
Miskolc Forest Railway Station (Lillafüredi Állami Erdei Vasút – Miskolc
állomás)
Dorottya utca 1, 3530 Miskolc, Ungarn
Alternativ kann auch in Lillafüred gestartet werden. Hier haben wir aber nur eine geringe Anzahl an Parkplätzen gesehen, die sich mit anderen Ausflüglern geteilt werden müssen.
In den Bahnhöfen sind WC vorhanden – Miskolc und Garadna sind frei, für Lillafüred steht am Ticket ein Code zur Benutzung.
Unser Ausflugstag: Samstag, 23.05.2026
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