Bodinggraben
Wasser, Wald und ein kleines Abenteuer im Nationalpark Kalkalpen
Scheiblingau, Traunviertel, Oberösterreich
Manchmal schaut eine Wanderung auf dem Papier ganz gemütlich aus. Ein Erlebnisweg, ein paar Kilometer, ein bisschen Natur. Und dann kommt der Tag selbst – und die Wanderung erzählt ihre ganz eigene Geschichte.

Schon die Anfahrt in den Bodinggraben ist ein kleines Abenteuer. Das letzte Stück führt über eine Schotterstraße durch eine wildromantische Gegend zwischen Krummer Steyrling und Felswänden, bis wir am Parkplatz Scheiblingau unser Auto abstellen. Von hier geht es hinein in eine Landschaft, die sofort zeigt, warum der Nationalpark Kalkalpen so besonders ist.
Der Bodinggraben liegt am Rand des Sengsengebirges – einer beeindruckenden Bergwelt mit tiefen Wäldern, klaren Bächen und mächtigen Kalkgipfeln. Der Nationalpark schützt hier eine der größten Waldwildnisflächen Österreichs, geprägt von Wald, Wasser und den Bergen des Sengsengebirges.
Gemütlich folgen wir der Krummen Steyrling. Das Wasser begleitet uns auf unserem Weg, vorbei an den sogenannten Bodingen und der alten Triftanlage, die von der früheren Nutzung dieser Landschaft erzählt.
Immer wieder öffnet sich der Blick auf die umliegende Bergwelt. Über dem Tal erheben sich die Gipfel des Sengsengebirges – allen voran der markante Hohe Nock, mit 1.963 Metern die höchste Erhebung des Sengsengebirges und der Oberösterreichischen Voralpen.
Auch die weiteren Gipfel und Felsflanken rund um das Tal zeigen eindrucksvoll, dass man hier mitten in den Kalkalpen unterwegs ist. Es ist diese Mischung aus wilder Natur, Wasser, Wald und Bergen, die den besonderen Reiz des Bodinggrabens ausmacht.
Bis zum Jagahäusl geht es noch gemütlich dahin. Dort gönnen wir uns eine Pause.
Danach zeigt uns der Bodinggraben aber, dass er mehr kann als gemütlich.
Der Weg führt in den Wald und die ersten Höhenmeter kommen gleich ordentlich daher. Rund 80 Höhenmeter am Stück – die persönliche Dampflok läuft an. Trotz der nur etwa 15 Grad wird uns warm. Der Regen vom Vortag hat den Weg teilweise rutschig gemacht und jetzt heißt es: konzentriert bleiben.
Endlich ein Stück gerade Weg. Durchatmen. Hoffen, dass es nicht höher geht. Nein, wirklich. Freude, es geht bergab. Die Freude ist aber nur kurz.
Denn der schmale Steig verlangt volle Aufmerksamkeit. Teilweise ausgetreten, stellenweise mit Blick hinunter ins Tal, oft wirklich direkt am Abgrund – hier merkt man, dass auch eine kurze Runde ihren Abenteuercharakter haben kann.
Für geübte Wanderer vielleicht eine nette Herausforderung, für uns Wiener Großstadtwanderer aber definitiv ein Erlebnis, bei dem jeder Schritt zählt.
Über Serpentinen geht es schließlich wieder bergab. Noch eine kleine Bachüberquerung – und zurück auf der Schotterstraße lassen wir die letzten Eindrücke wirken.
Verschwitzt.
Glücklich.
Stolz.
Und hungrig.

Der Bodinggraben hat uns gezeigt: Manchmal braucht es keine lange Bergtour, um Natur intensiv zu erleben. Ein Tal, ein Bach, ein Stück Geschichte und eine beeindruckende Bergkulisse reichen völlig aus. Und nach einem herrlichen Mittagsessen geht es gemütlich am Schotterweg zurück zum Parkplatz.
Noch kurz zum Schluss …
📅 Unterwegs am:
Samstag, 12.09.2026
📍 Ort:
Bodinggraben
/ Molln / Nationalpark Kalkalpen
🚗 Start/Ziel:
Parkplatz
Scheiblingau
🥾 Unsere Runde:
Wasser-Erlebnisweg
Bodinggraben | ca. 5,5 km | ca. 130 hm | mittelschwer (einige schmale,
ausgesetzte Passagen)
💡 Gut zu wissen:
Der erste
Teil ist gemütlich entlang der Steyrling. Der Abschnitt durch den Wald fordert
aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Nach Regen können die Wege rutschig
sein.
📷 Fotos und Text: Renate
Noch mehr von uns
👉 Entdecke mit uns Wanderungen, Ausflüge und besondere Orte.
Vielleicht ist ja auch deine "ich will wieder raus"-Idee dabei.
Folge uns auf Facebook
