Mit der Schmalspurbahn durch die Wälder von Almamellék

Almamellék, Südungarn

Heute unternehmen wir einen Ausflug mit der Schmalspurbahn in Almamellék, die auch "Zselici Csühögő" genannt wird. Bevor unsere Fahrt beginnt, besuchen wir das kleine Museum am Bahnhof. Dort erfahren wir viel über die Geschichte der Bahn und die Waldwirtschaft in der Region. Alte Fotos, Modelle und Ausstellungsstücke zeigen, wie wichtig die Bahn früher für den Transport von Holz war.

Die Geschichte der Schmalspurbahn beginnt im Jahr 1901, als Baron Rezső (Rudolf) Biedermann, ein wohlhabender Großgrundbesitzer und Unternehmer, die Strecke für den Transport von Holz aus den umliegenden Wäldern bauen ließ. Gleichzeitig nutzten auch die Menschen aus der Region die Bahn im Alltag, zum Beispiel für den Weg zur Schule oder zur Arbeit. Die Bahn besaß eine besonders schmale Spurweite von 600 Millimetern, wodurch sie sich gut für Fahrten durch die engen Waldgebiete eignete. In den ersten Jahren wurden einige Wagen sogar noch von Pferden gezogen, bevor später kleine Lokomotiven zum Einsatz kamen. Im Laufe der Zeit verlor die Strecke an Bedeutung und wurde 1991 stillgelegt. Nach einer umfangreichen Erneuerung wurde die Bahn 2023 wiedereröffnet und dient heute vor allem als beliebtes Ausflugsziel für Natur- und Eisenbahnfans.

Heute fährt die Bahn hauptsächlich für Besucher und Wanderer durch die schöne Landschaft des Zselic. Die Strecke zwischen Almamellék und Sasrét ist etwa sechs Kilometer lang und die Fahrt dauert ungefähr 25 Minuten.

Schon kurz nach der Abfahrt genießen wir die ruhige Landschaft entlang der Strecke. Der kleine Zug fährt vorbei an Wiesen, Wäldern und Teichen. Während der Fahrt beobachten wir viele Tiere. in der Natur. Greifvögel kreisen am Himmel. Hasen toben über die Felder, Graureiher stehen an den Wasserstellen und sogar farbenfrohe Bienenfresser sind auf Futtersuche.

Am Endbahnhof in Sasrét steigen wir aus. Hier befindet sich die Waldschule "Kikerics". Von hier beginnen auch zwei Waldlehrpfade. Der Sasréter Lehrpfad ist etwa 1,5 Kilometer lang und führt durch einen beeindruckenden alten Buchenwald. Informationstafeln (leider nur auf ungarisch) erklären verschiedene Baumarten, Pflanzen und die natürliche Entwicklung des Waldes. Daneben gibt es den Csodaszarvas-Lehrpfad, der ungefähr 3 Kilometer lang ist und gut mit dem Sasréter Lehrpfad verbunden werden kann.

Nach unserem Spaziergang schauen wir beim Waldgasthaus, das im ehemaligen Jagdschloss (Vadászkastély) von Baron Biedermann ist, vorbei. Es lohnt sich, vorher zu prüfen, ob es geöffnet hat. Wenn geöffnet ist, kann man dort sehr gut essen und sich nach der Wanderung stärken.

Zum Abschluss unseres Ausflugs wartet noch ein besonderes Erlebnis auf uns: Zurück in Almamellék machen wir eine Draisinenfahrt. Mit Muskelkraft bewegen wir uns auf den Schienen fort und erleben die kleine Zusatzbahnstrecke aus einer ganz anderen Perspektive. So endet unser Tag in Almamellék mit vielen schönen Eindrücken von Natur, Geschichte und Eisenbahnromantik.

Praktische Informationen

Startpunkt / Bahnhof
Almamellék Kisvasútállomás, Zselici csühögő

Almamellék, Rákóczi u. 1/A, 7934, Hungary

Endstation / Ausflugspunkt
Sasrét kisvasúti megállóhely – ideal für einen kurzen Spaziergang durch die Natur

Anreise

Almamellék liegt in Südungarn, nahe Szigetvár. Mit dem Auto erreicht man den Bahnhof bequem direkt im Ort; Parkmöglichkeiten befinden sich am Startbahnhof. 


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Fotos Fotografin Renate

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