Wo bitte ist die Wüste?

Ich denke scharf nach. Wüste Gobi, die Sahara, die Kalahari oder die Wüsten in Australien. Alles weit weg. Es gibt Sand-, Kies-, Stein-, Salz-, Eiswüsten und noch einige mehr. Und so eine Wüste soll vor den Toren Wiens liegen? Na, da bin ich mal gespannt.

Vom Parkplatz aus, wo übrigens eine große Übersichtstafel steht, geht es relativ eben los. Wir kommen bei der Waldkapelle vorbei, lesen die Beschreibungen im Pförtnerhäuschen Leopoldskapelle und grüßen Marc Aurel. Dann schwenken wir zum Wüstenbründl, das einst als heilkräftig galt. Ich bin verwundert, heute steht hier: "Kein Trinkwasser". Weiter geht es vorbei am Fotopunkt durch die Allee direkt zum Kloster St. Anna. Kurz bleiben wir noch beim Baum der Harmonie stehen.

Kloster St. Anna

Das Kloster wurde unter Eleonora von Mantua im Jahre 1644 gegründet und erlebte nach der Türkenbelagerung 1683 seine Blüte. Maria Theresia soll auch hier vorbeigeschaut haben. Erst im Zuge der Klosteraufhebungen durch Josef II. wurde es 1783 aufgelassen. Heute haben wir Glück, in den spärlichen zwei Innenräumen stellen Künstler ihre Werke aus. Für Kinder gibt es einen Kinderspielplatz und viele Tiere zum Bestaunen. Richtig idyllisch ist der Ort des beschaulichen Ordens, der unbeschuhten Karmeliter, die hier einst hausten.

Ruine Scharfeneck

Wir folgen den Schildern und lassen uns Richtung Ruine Scharfeneck treiben. Nun, der Anstieg auf den 347 m hohen Schlossberg treibt mir den Schweiß auf die Großstadt-Wanderer-Stirn. Toll, mit Winterjacke und schwerem Fotorucksack schleppe ich mich im wahrsten Sinne des Wortes den, für uns, recht steilen Hang nach oben. Dafür werden wir aber belohnt. Die einstige Grenzburg von Ungarn liegt vor uns. Kaum zu glauben, das sich hier über 1000 Jahre Geschichte ruinenhaft vor uns erheben. Die Geschichte kann man an der Schautafel gut ablesen. Ich denke nur an die Männer, die damals die ganzen Steine hierherauf geschleppt haben. Und manche Mauern waren immerhin bis zu 4,5 m dick.

Wir ziehen weiter. Mittlerweile kann ich gut verstehen, dass es sogar Marc Aurel hierher gezogen hat. Ein wahrer Ort für Abenteurer, Naturfreunde und Philosophen.

Je weiter wir ins Areal vordringen, desto seltener begegnen oder überholen uns Wanderer. Es ist so ruhig, so herrlich, so kraftvoll. Und so mystisch.

Feenwelt und Zwergerl im Wald

Meine Phantasie erwacht, während wir durch die Eichen-Hainbuchenwälder marschieren. Der trübe Tag gibt dem Wald eine besondere Stimmung. Manchmal sehe ich kleine Feen an uns vorbeihuschen oder höre sie im Dickicht kichern. Aber Feen in der Wüste? Langsam frage ich mich, wo die Wüste ist und wann wir endlich bei der Oase ankommen.

Nun gut, Feen treffen wir nicht, aber Zwerge. Danach gehen wir nicht mehr bis zur Kaiser-Franz-Josef-Warte bei der Kaisereiche, sondern nehmen den Weg zurück Richtung Kloster St. Anna.

Die Grenzgänger

Bei den 3 Hottern verlief einst die Grenze zwischen den Königreichen Österreich und Ungarn, heute zwischen Niederösterreich und Burgenland. Wir sind somit zu Grenzgängern geworden.

Schneewittchen ist nicht zu Hause

Der Weg führt bei den 7 Linden und deren Geheimnis vorbei. Hier soll der Sage nach einst das Haus der Sieben Zwerge gestanden haben. Die sieben Linden sollen noch heute den Menschen Kraft und Trost spenden, denn es heißt, an den Gräbern guter Wesen waltet guter Geist. 6 Linden wurden einst von den anderen Zwergen am Grab des verstorbenen Bruders gepflanzt, die 7. Linde pflanzte eine gute Fee.

Der Wald ist angenehm, die Tour fein zu gehen. Aber mit Wüste hat das nun wirklich nichts zu tun. Ich bin enttäuscht.

Wir haben die Wüste gefunden

Zurück beim Kloster schauen wir in den, an Wochenenden und Feiertagen derzeit ab 14.00 geöffneten, Hofladen und versorgen uns mit hausgemachten Leckereien für das gemütliche Abendessen zu Hause. Der Heidelbeersaft hat es mir angetan. Die Dame ist urnett und wir kommen ins Gespräch.

"Nun, die Wüste kommt aus dem griechischen von "eremos" für Einsiedelei, Wüste, Einöde. Es bezieht sich auf das damalige Klostergebiet und seine abgeschiedene Lage, die wir bis heute noch haben. Nein, es hat nichts mit der Wüste, wie wir sie kennen, zu tun". Ich sehe trotz Maske, dass sie uns anlächelt. Klar, die Frage wird ihr wahrscheinlich oft gestellt.

Nun gut, keine Wüste. Jedoch eine herrliche Herbstwanderung, eine tolle Naturlandschaft, eine zauberhafte Feenwelt und einen herrlichen Natursaft für zu Hause. Die Suche nach der Wüste war es wert.

Wie gesagt, es gibt unzählige Möglichkeiten, man sollte sich nur im Klaren sein, welchen Weg und wie viel Gehzeit man sich zutraut. Beschreibungen gibt es im Internet genügend, da äußere ich mich jetzt nicht. Mir geht es bei unseren Wanderbeschreibungen eher um das Drumherum, die Natur, Fauna und Flora. Infos zur Anreise, Strecke, etc. gibt es ohnehin schon unzählige.

Dann wünschen wir eine mystische Wanderung in der Mannersdorfer Wüste.

Wien, 18.10.2020

CÄSAR-Bus -> Wir sind da

Noch leben wir und bieten Wanderbusse u.vm. ab 10 Personen an. Organisieren auf Anfrage den kompletten Ausflug samt weiteren Programmpunkten, wie einen zünftigen Heurigenbesuch.

Transparenz

Fotos von Fotografin Renate, www.fotografinrenate.at. Text bei Renate Stigler. Keine bezahlte Werbeeinschaltung. Bei diesem Text handelt es sich um persönliche Erfahrungen, die eine werbende Wirkung haben könnten, ohne dass ich von irgendeinem Unternehmen dafür beauftragt oder bezahlt wurde! Weiters ist es eine Momentaufnahme am Tage unseres Besuches. Wir weisen darauf hin, dass wir keine Gewähr für die Vollständigkeit und Richtigkeit dieser Informationen sowie für gegebenenfalls daraus resultierenden Schaden übernehmen.

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